Das ländliche Paradies

Werte LeserInnen,
ich möchte Sie ganz herzlich begrüßen. Es freut mich sehr, dass Sie hierher gefunden haben. Ich sieze Sie selbstverständlich, wir haben uns schließlich erst kennengelernt.
Mein Name ist tatsächlich Olivia. Ich bin Anfang dreißig und lebe mit meiner liebreizenden Familie im idyllischen Erzgebirge – zweifelsohne ist das eine bezaubernde Umschreibung für „ich komme vom Dorf“. Bemühen Sie jetzt ruhig die Google-Suche, um dieses herrliche Fleckchen Erde zu finden. Das ländliche Kleinod hier im Erzgebirge sollten Sie sich vielleicht so vorstellen:
meistens friedvoll & still
(insofern in den Sommermonaten kein Rasenmäher in der Nachbarschaft plärrt),
malerisch & beschaulich
(landschaftlich ist es hier sehr reizvoll: Wald – Feld – drei einsame Häuser – wieder Wald – mehrere Felder – kleines Dorf, etc.),
oftmals heimelig & lauschig
(vor allem in der Weihnachtszeit, dafür ist das Erzgebirge schließlich bekannt)
gelegentlich verträumt
(bisweilen leider auch etwas hinterwäldlerisch)
und eines ganz sicher – immer abgeschieden.
Dies sind angenehme Eigenschaften, die ich zum einen sehr zu schätzen weiß und zum anderen auch nicht missen möchte. Hier lebt man im Grünen, lauscht dem Vogelgezwitscher und schnuppert die gute Landluft. Diese ist besonders vorzüglich, wenn die Bauern ihre Felder düngen – seltsamerweise immer bei 25 Grad, strahlendem Sonnenschein und einem günstigen lauen Lüftchen! Natürlich geschieht das immer dann, wenn die werten Fräuleins ihre frisch gewaschene Wäsche im Garten zum Trockenen aufgehängt haben. Apropos heimischer Garten. Dort kann man problemlos mit Lockenwicklern geschmückt Unkraut jäten, ohne dass sich daran ein Nachbar stört. Ein netter Plausch über den Gartenzahn wird trotzdem gehalten und dabei wird selbstverständlich kokett über den ungewöhnlichen Kopfschmuck hinweggesehen. Ich sage Ihnen, das ist einfach fabelhaft. Die Menschen hier sind im Allgemeinen sehr gastfreundlich & herzlich (so steht es zumindest in jedem zweiten Hotelprospekt) und gemütlich & hilfsbereit. Einige negative Eigenschaften gibt es auch an diesem Ort – Herrje die Dame hat rotes Haar, sie wird doch wohl keine Hexe sein.
Es gibt allerdings Dinge, die ich in dieser ländlichen Einöde – Pardon – in diesem ländlichen Paradies nicht missen möchte. Das wären ein Automobil und einen schnellen Internetbrowser. Was wären wir Dorfpomeranzen ohne die globale Welt des Internets mit ihrer Vielzahl an Onlineshops und Bestellmöglichkeiten? Ziemlich aufgeschmissen und provinziell. An dieser Stelle sei auch Folgendes erwähnt. Ich danke den verschiedenen Paketdiensten auf das Herzlichste. Sie liefern wirklich bis an die entlegenste Haustür, wenn sie diese erst einmal gefunden haben.
Sie sehen, ich nehme das Leben mitunter nicht zu ernst und begegne dem Alltag mit einer gehörigen Portion Humor. Ferner versuche ich auch ab und an den Mut zur schonungslosen Selbstkritik aufzubringen.
Dies ist mein erster Beitrag – wie aufregend!
Ich bedanke mich herzlichst für Ihre Aufmerksamkeit und sollten Sie bis hier gelesen haben, vielen Dank für Ihr Durchhaltevermögen. Ich würde mich über Ihre Kommentare sehr freuen. Und wenn es Ihnen hier gefallen hat, besuchen Sie mich doch gern einmal wieder!
Es grüßt Sie Ihr ergebenes Froilein Olivia 

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