Treue Herbstbegleiter & Witterungswidrigkeiten

Liebe LeserInnen,

sollten Sie sich nun fragen (und ich würde das an Ihrer Stelle auch äußerst besorgt tun): „Hö, was ist denn nu? Im letzten Beitrag faselt das Froilein irgendwas von vortrefflicher Weihnachtsstimmung und jetzt ist plötzlich wieder Herbst? Was ist denn hier kaputt?“. Ja, das ist durchaus verwirrend … gebe ich zu … aber ich wollte Ihnen doch noch unbedingt meine liebsten Bekleidungsstücke in diesem Herbst vorstellen … und das möglichst bevor der nächste Frühling urplötzlich anbricht … der erste Advent kam schließlich auch schon so spontan um die Ecke. Jedenfalls rocken wir heute nicht around the Christmas tree, lauschen nicht der Silent Night und erfreuen uns auch nicht am Winter Wonderland, sondern hüpfen nochmal geschwind zurück zum Herbst 2016. Was war das denn bitte schön für ein Schmuddelherbst? Von goldenem Oktober keine Spur. Indian Summer war ebenfalls nirgends zu finden … und von güldenen, noch wärmenden Sonnentrahlen konnte wahrlich auch nicht die Rede sein. Anstelle dessen gab es (bei uns im Gebirge) Nebel … Nebel mit Nieselregen … oder Nebel mit Raureif … und unerhörterweise bereits Anfang November die erste geschlossene Schneedecke bei 10 Grad … unter null versteht sich. „Hö? Was ist denn hier kaputt“, dachte sich da das Froilein und geriet in Panik. Warum? Ganz einfach … ist nämlich bei solchen unverhofften Witterungswidrigkeiten (Anfang November – also mitten im Herbst) der neu angelegte Rosengarten noch nicht so winterfest, wie er eigentlich sein sollte (oder wie er sein müsste, wenn man in einem Mittelgebirge beheimatet ist), dann ist man als ambitionierte Rosengärtnerin durchaus den Tränen nahe und hat schlaflose Nächte … wäre ja schade um die Rosen-Mühe. So, da hatteste den Salat, du Froilein Rosenwunder. Aber ernstlich und ganz unter uns, mit einem solchen Wintereinbruch (mitten im Herbst) rechnet doch keiner (höhö … und schon gar nicht in einem Mittelgebirge). Beruhigenderweise wussten die Rosenschönheiten auch nicht so recht wie spät es eigentlich war und trugen Anfang November noch ihr ganzes, hübsches Laubkleid (und sogar die ein oder andere verheißungsvolle Knospe). Ja, und eben deshalb wurde zwar eine Woche zuvor fleißig angehäufelt, aber eben noch nicht abgedeckt oder eingehüllt. Macht man ja auch nicht, wenn da noch alle Blätter dran sind – Sie wissen schon … mit Pilzen und Fäulnis ist ja auch nicht gerade zu spaßen. Ein Bildchen wäre jetzt vielleicht ganz schön …

Nun gab es also mitten im Herbst (ich muss es nochmalig erwähnen, denn ich bin diesbezüglich immer noch recht erzürnt) tatsächlich schon bittere Eiseskälte & Schneemassen. Ganz toll. Also, was tat dann das pseudohafte Rosengärtner-Froilein nachdem das Thermometer wieder friedlich gesonnen war und die Rosenstöcke aber immer noch nicht im Geringsten daran dachten, mit Laubabwurf in den Winterschlaf hinüberzugleiten? Richtig, sie schnappte sich eine scharfe Schere … und entlaubte kurzerhand 50 Rosenstöcke per Hand … und zwar nach der Kategorie schnipp-schnapp – Blatt ab. Eine Anmerkung vielleicht an dieser Stelle: Frisch gepflanzte Rosen sind in der Regel nicht die größten Exemplare auf der Welt. Die zeitliche Dauer dieser Aktion hielt sich also wirklich in vertretbaren Grenzen (das meine ich zumindest). Sollten Sie nach der Lektüre dieser Zeilen aber dennoch in Versuchung kommen in Sachen Gartenaktivität gehörig an meinem Verstand zu zweifeln (und auch das könnte ich Ihnen nicht wirklich verübeln), dann müssten Sie sich bitte hinten anstellen, denn meine Familie tut das nämlich schon, seitdem ich den ersten Stich mit dem Spaten tätigte … und die Nachbarn seitdem ich der Luisa den ersten babyblauen Pinselanstrich verpasste. Nun aber (also seit Mitte November, um Sie kalendarisch nicht im Dunkel tappen zu lassen) sind alle Schätze gut verprackt. Für die Mickerlinge unter 50cm Höhe gab es schützendes Reißig und die Monster unter den Rosenstöcken mit 50cm Höhe (und auch mehr) wurden in adrettes Wintervlies gehüllt. Gut, der Garten sieht jetzt zwar aus, als hätten sich allerhand unförmige Schneemänner zu einer planlosen Demonstration versammelt, aber bitte, nicht immer geht es um die Optik, nicht wahr? Leseentspannung:

Jetzt wird es aber höchste Zeit für die treuen Begleiter in diesem schmuddeligen Herbst … wie froh war man doch, wenn sich die Sonne einmal durch das Nebelgrau kämpfte. Was freilich Seltenheitswert hatte und oftmals nicht von langer Dauer war, wie Sie gleich weiter unten sehen werden.

Liebend gern habe ich diesen Herbst meinen bordeauxfarbenen Hosenrock getragen (ja, das ist tatsächlich ein Beinkleid). Warum? Er ist hervorragend alltagstauglich, himmlisch bequem, herrlich herbstlich von der Farbe her (klassisch herbstlicher geht es kaum) und nicht im Entferntesten so luftig-flatterig wie ein Rock. Hüte sind bei feuchtem, windigem Wetter und mühevoll mit Wicklern gelockten Haaren eh die adäquateste Wahl, denn Sie wissen doch, Feuchtigkeit und Locken sind nicht die besten Freunde.

Überraschend ist allerdings, dass beide Bekleidungsstücke eher Zufallskäufe waren. Na, Sie kennen das doch: Zufällig erpicht … gedacht „naja, ich weiß auch nicht … brauche ich eigentlich nicht“ … und dann aber doch gekauft … und später nicht eine einzige Sekunde bereut.

Mit dem Nebel ist es ja so eine Sache. Bisweilen kommt dieser nämlich zügig ins Land gezogen. Wie auch vor nicht allzu langer Zeit nahe eines dörflichen Wäldchens, als wir uns einmal wieder anschickten ein paar fotografische Aufnahmen zu tätigen. „Öhm, wollen wir mal wieder Fotos machen?“ Und wenn diese Frage aus dem Munde des Göttergattens stammt (und eben nicht von mir), dann weiß ich, es ist seit meinem letzten Beitrag schon wieder viel zu viel Zeit vergangen. Ist Ihnen bestimmt vergangene Woche bei meinen Adventsgrüßen überhaupt nicht aufgefallen.

„Olivia, in 5 Minuten ist es vorbei mit Sonnenschein, wir sollten uns beeilen.“ 5 Minuten waren es dann nicht ganz, 30 Sekunden trafen es wohl eher … und der Gatte und ich standen im Nebel … diesmal allerdings wortwörtlich.

Haben Sie eigentlich schon einmal heraufziehenden Nebel beobachtet? Herrje, ein wenig gruselig ist das aber schon, finden Sie nicht auch?

Aber so schlecht finde ich diese grauen, man-erkennt-nur-wenig-im-Nebel-Bildchen gar nicht. Vorenthalten wollte ich Sie Ihnen jedenfalls nicht. Wie gefallen Ihnen die Fotos? Und was waren Ihre treuen Begleiter in diesem Herbst?

Es grüßt Sie von Herzen Ihr Froilein Olivia, das jetzt durchaus weiß, was mit „wenn der Boden offen ist“ bei der Pflanzung von wurzelnackten Rosen gemeint ist … mitten im Herbst (oder Anfang November) zur angeblich besten Rosenpflanzzeit

Hut: Accessorize, Cape: Collectif Clothing, Hosenrock: Aida Zak, Pullover: H&M, Gürtel: Tatyana, Stiefel: Anna Field, Handschuhe: H&M

 

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