Die Vorzüge des Frühlings & früher war alles besser

Liebe Leserschaft,

eines ist gewiss … der Frühling macht Freude und weckt die Lebensgeister. Es ist aber auch schön, wenn es um uns herum wieder beginnt zu grünen und zu blühen. Gut, das sehen die Heuschnupfengeplagten unter uns jetzt vielleicht ein wenig anders, während sie mit Tränen in den Augen ins nächste Tempo schnäuzen und den Winter herbeisehnen. Aber wozu gibt es freilich Antihistaminika. Vielleicht rührt daher das mit Frühjahrsmüdigkeit. Übrigens, das  Froilein ist ja nicht ganz birkenkompatibel und damit ich auch wirklich das ganze Jahr etwas von dauerhaft dicken Augen und roter Nase habe, klappt das mit dem Roggen auch nicht so gut, weder im Brot noch auf dem Feld. Und da denkt man, dass eine Kindheit auf dem Land mit eifrigen Wühlen im Dreck abhärtet. Ja, falsch gedacht … auch bei uns gibt es Mimosen. Aber wissen Sie was mir da eben so in den Sinn kommt, wo wir gerade von Dreck sprechen? Ein beliebter und recht geläufiger Satz bei uns ist: „Dreck reinigt den Magen“. Na sowas aber auch. Von Erdhäufen zurück zum Frühling:

Der Lenz macht Lust auf Farben und Muster … und auf ein Blümchen im Haar.

Das Wetter ist schön, die Luft angenehm temperiert (also einmal außerhalb der heimischen Wohnstube) und uns zieht es wieder hinaus ins Freie. Ja, und da wäre das Froilein schon wieder bei ihrem allerliebsten Satz: Die Welt könnte so ein schöner Ort sein, wenn … ja, wenn es bei uns in letzter Zeit nicht immer so stürmen würde: (Beweisfoto)

Also ich weiß auch nicht, aber früher (also vor etwa 2 Jahren) gab es bei uns nicht so viel Wind … wirklich nicht! Das soll jetzt nicht heißen, dass es überhaupt keine Bewegung der Luftmaßen gab, aber eine Woche und länger Dauersturm bei Windstärke 53 km/h aufwärts gab es tatsächlich nicht. Nö. Just aber sitzt man im heimischen Garten, zwischen Löwenzahn und dem Schuppen, der seine besten Jahre zweifelsohne hinter sich hat, und meint der Wind das himmlische Kind könne einem jeden Moment die Lockenwickler vom Kopf reißen. Das war früher nicht so, daran könnte ich mich nämlich ernstlich erinnern. (Der adrett frisierte Pony wäre nun allmählich dahin, weiter unten wird er dann noch schöner.)

Apropos baufälliger Schuppen im heimischen Garten und weil wir heute so schön über den Frühling schwadronieren. An diesem maroden Schuppen (ich hoffe ja, dass dies nicht der Herr Vater liest, ansonsten ist er mir wohl schrecklich gram) hängt ein Starenkasten … dessen Baujahr ungefähr gleich mit dem des Schuppens ist. Dennoch, und das ist verwunderlich, mutet beides immer noch recht stabil an. Das mag vielleicht daran liegen, dass früher doch freilich viel stabiler gebaut wurde (bestenfalls nämlich für die Ewigkeit und auch wenn sich das Bauvorhaben nur auf ein banales Schüppchen erstreckte). Ja, früher war eh alles besser (ja, denkste). Erdbeeren haben viel süßer geschmeckt. Man wusste sich noch zu benehmen und Dinge wertzuschätzen. Diese Aufzählung können Sie nun beliebig fortführen, wenn Sie mögen. Wo waren wir eigentlich? Bei der Verklärung der Vergangenheit? Nein, beim hornbein-alten Starenkasten am noch älteren Schuppen. Jedenfalls begrüßen wir derzeit nicht nur wieder allerhand Unkräuter im heimischen Garten, sondern auch reichlich Starennachwuchs. Das ist alle Jahre wieder ein echtes Naturspektakel, sage ich Ihnen. Und darf ich Ihnen an dieser Stelle etwas verraten? Mittlerweile beobachte ich recht gern (und ausdauernd) das eifrige Treiben von Herrn & Frau Star bei der Fütterung ihrer hungrigen Bälger … Vogelhäuschen rein & Vogelhäuschen raus (idealerweise mit Wurm im Schnabel). Ja, diese Observations-Vorliebe nenne ich noch nicht allzu lang mein Eigen; in meinen Zwanzigern hatte ich wahrlich andere Sorgen, aber nun freue ich mich immer auf die Zeit der Stare im Frühling. Sicherlich, und das muss ich an dieser Stelle ehrlich zugeben, stelle ich mir zwischendurch auch die Frage ob Vogelhäuschen & Schuppen aufgrund ihres hohen Alters nicht eigentlich schon längst unter Denkmalschutz stehen müssten, aber herrje warum sollte man sich etwas entledigen, was eigentlich noch gut ist … oder nicht von selbst zusammenbricht.

Nun hatte ich doch tatsächlich eine interessante Frage in den Beitrag geschmissen, deren Beantwortung wohl ganze Romane füllen könnte. Und wenn ich schon so daherkomme, können Sie sich jetzt bestimmt denken, dass das Froilein nun keinen Roman verfassen wird … nach den Allergikern und den Staren im knappschen Garten. Also … früher war nicht alles besser. Früher war aber auch nicht alles schlecht … sensationelle nichtssagende Antwort, finden Sie nicht auch?

Als vintagebegeistertes Wesen hat es Frau oder Herr da gut … man pickt sich einfach die schönen Dinge vergangener Zeiten (Mode, Musik, Lebensgefühl) heraus und vereint sie mit den Vorzügen des modernen und friedvollen Jetzt. Einigen wir uns darauf, dass früher nicht alles gut und nicht alles schlecht war. Es waren schlichtweg andere Zeiten.

Widmen wir uns an dieser Stelle der heutigen Garderobe. Das britische Modelabel Lady Vintage steht zweifelsohne für sagenhafte Muster, aufregende Farben und klassische Schnitte, wie es das heutige Audrey Hepburn Kleid im Kingfisher Print ist. Mittlerweile ist dieses Fähnchen das dritte in dieser klassischen Schnittvariante, welches es sich in des Froilein Provinz gemütlich machen durfte. Verraten Sie mir doch einmal welche Tragevariante Ihnen besser gefällt, die mit oder die ohne fülligen Unterrock?

„Guck mal Olivia, da ist ein Hochstand.“ Na sowas aber auch. Wir vom Land haben ja vor nichts Angst.

So, und ob nun Erdbeeren früher tatsächlich besser geschmeckt haben, dürfen Sie nun frei von der Leber weg für sich selbst beantworten. Auch mir kam diese Behauptung schon einmal in den Sinn, aber dann musste ich an die wunderbare Welt der Geschmacksstoffe denken … und an den Erdbeersahnejoghurt. Ja, der hat viel versaut. Aber … früher gab es tatsächlich in unserer Provinz bedeutend weniger stürmische Tage. Das ist Fakt … und ein Grund zum Auswandern.

Liebe Leserschaft, war früher wirklich alles besser?

Es grüßt Sie von Herzen Ihr Froilein Olivia, welches sich nun wieder der Starenbeobachtung widmet … natürlich in diskretem Abstand

 

 

 

 

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2 Kommentare zu “Die Vorzüge des Frühlings & früher war alles besser

  1. Besides ist schön. Ohne gefällt mir einen Hauch besser, bis die Röcke gerafft werden und das herrliche aprikosenrosa hervrblitzt (oder besser überschäumt, denn verschämt ist es so gar nicht). Also alles zauberhaft 😉

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