Ist denn schon Frühling?

Liebe LeserInnen,

na, nu aber! Höchste Zeit, dass das Froilein wieder einmal ein Lebenszeichen von sich gibt. Finden Sie nicht auch? Also … hier wäre es:

Headpiece: Jazzafine, Ohrschmuck: Fräulein Wildkirsch, Kostüm: Heart of Haute, Flauschshirt: Sourpuss, Tasche: Tatyana, Schuhe: Anna Field

Ja, mich gibt es noch. Die Provinz übrigens auch. Wie heißt es sprichwörtlich im gärtnerischen Sinne so schön … Unkraut vergeht nicht. Sie können an dieser Stelle frei wählen, ob Sie das jetzt auf das Froilein oder auf die Provinz beziehen möchten. Beides wäre durchaus denkbar. Hehe. So. Wenn aber eine relativ mitteilfreudige Dorfpomeranze einen ganzen Monat verstreichen lässt (der April ist ja eh doof) ohne auch nur ein Wort verlauten zu lassen, dann wirft dies doch sicherlich bei dem ein oder anderen geneigten Leser folgende Frage auf: „Herrje, was treibt die denn eigentlich so?“ (also das Froilein, nicht die Provinz). Nur soviel dazu, und da wir mit sprichwörtlichen Redewendungen eben schon begonnen haben: „Wat mutt, dat mutt“. Und so gab es auf der lieben Arbeit etliches zu richten … zu steichen … zu verschönern und dergleichen mehr. Ja, und da ich eine hochmotivierte und engagierte Mitarbeiterin meines Mannes bin (öhm, ja … ganz bestimmt) habe ich fleißig gestrichen … gestrichen und wieder gestrichen und so vieles andere Zeug mehr getätigt. Löblich, oder? Mitarbeiterin des Monates bin ich leider nicht geworden … ärgerlich, ich weiß, aber ich bin durchaus zufrieden mit den Resultaten. Übrigens, die Bohrmaschine (oder ein handelsübliches Modell einer solchen) und das Froilein werden im Leben niemals nie Freunde. Das musste ich beim Werkeln wieder einmal eingehend feststellen. Übereifrig, wie ich bin, und weil mir das ewige Gedamber des Gattens an einer Teppichleiste schlichtweg zu lange dauerte (Frau wird ja freilich auch nicht jünger), griff ich beherzt zu diesem lauten Monster. Schließlich musste das Bild an die Wand … und das möglichst vor Einbruch der Finsternis. Wussten Sie eigentlich, dass diese mistigen Dinger über einen Vorwärtsgang und über einen Rückwärtsgang verfügen? Pah … und ich wunderte mich, dass einfach kein Loch in die Wand zu bekommen war. Da konnte sich das Froilein in ihrer Freizeithose beherzt einstemmen wie sie wollte. Es tat sich nichts und der Gatte freute sich hämisch. Na gut, einmal darf er.

Nun hätten Sie also grob erfahren, was das Froilein im April getrieben hat. Ach, da fällt mir doch noch ein beliebter Satz der letzten Wochen ein, den der ein oder andere Mitmensch mir entsetzt entgegnete: „Mensch Olivia, wie siehst du denn aus?“ Ja, aufgetakelt war gestern … heute ist vollgekleckster Schlabberlook angesagt … im heimischen Dorfsupermarkt beim abendlichen Nudelkauf beispielsweise … irgendwann verkneifen Sie sich selbst für den Heimweh das lästige Umziehen und wackeln im Malerdress los, sieht schon keiner kurz vor Ladenschluss. Ja, denkste. Aber ich kann Sie beruhigen, die Kohlenhydrate sind wieder auf ein Normalmaß gesunken (die Pusteln im Gesicht drohten ja schon die endgültige Überhand zu gewinnen), das Froilein trägt wieder Rock (oder Kleid … je nachdem) und schminkt sich auch wieder regelmäßig. Ja, tut sie … wie wäre dabei freilich erst einmal völlig egal. Denn mit dem adäquaten Lidstrich ist es eben nicht wie mit dem Fahrradfahren (das kann das Froilein übrigens auch nicht so recht) … den nämlich verlernt Dame auch ganz schnell wieder.

Und ehe sich so ein werkelndes, lidstrichloses Froilein versieht, ist der Frühling in der Gebirgsprovinz eingezogen. Also jetzt – Anfang Mai – beginnt endlich des Nachbarns Forsythie zu blühen. Ja, wir hinken im Gebirge wahrlich hinterher … bisweilen nicht nur klimatisch. Sie sehen, ich habe im April nichts verpasst vom Lenz. Und da ich bislang noch nicht zu den ambitionierten, erzgebirgischen Gärtnern zähle, deren Radieschen Mitte April von der ungemütlichen Fensterbank ins Freilandbeet drängen, während der Wetterfrosch aber noch etwas von Schneefällen und anhaltenden Bodenfrösten palavert, kann ich den Frühling, jetzt wo er endlich da ist, in vollen Zügen genießen. Aber wissen Sie was? Mein Profilbild hingegen könnte ich vielleicht doch einmal frühlingshaft aktualisieren. Liebe Leserschaft, wie ist es Ihnen im April so ergangen?

In textiler Hinsicht läute ich den Lenz in diesem Jahr mit einem düsteren Zweiteiler ein … ja, ich weiß … wie einfallslos, wie unbunt, wie wenig frühlingshaft … Frühling auf Sparflamme könnte man meinen. Aber auch mit einem rosafarbenem Oberteil unter dem Jäckchen und einem Frühlingshütchen kann Dame durchaus dem Lenz huldigen, es müssen ja nicht immer gleich die mächtigen Pastelltöne oder die volle Dröhnung an floralen Mustern sein, oder? Was bleibt dann noch für den eigentlichen Sommer, so er denn kommen möge?

So, zur Belohnung meiner Meisterleistung in den letzten Wochen, habe ich mir nicht nur jede Menge Teigwaren reingepfiffen und mir bei Schneefall ins Fäustchen gelacht (der Radieschen wegen), nein, nein … eines Abends habe ich mich auch einmal wieder selbst belohnt … irgendwie muss man ja die Motivation bei der Stange halten. Gegönnt habe ich mir ein hübsches Sommerkleid (das gibt es aber wirklich erst im Sommer zu sehen, liebe Leserschaft – also wenn bei Ihnen im Tal Sommer ist, rechnen Sie noch 4 Wochen drauf bis das Gebirge dann auch endlich soweit ist). Sie mögen sich nun fragen: „Herrje, auf was will die Dorfpomeranze denn jetzt wieder hinaus? Erzählt was von Sommerkleidchen und zeigt eine schwarze Kombi?“ Ich kläre auf: Das erworbene Sommerkleidchen besteht zu 100% aus Baumwolle und da musste das gescheite Froilein wieder einmal zähneknirschend feststellen, dass in Sachen einwandfreier Passform wirklich die Kunstfasern überzeugen. Denn diese geben einfach an den richtigen Stellen nach (keiner möchte hier von Problemzonen sprechen) und passen sich somit Eins-a der Trägerin an … getreu dem Motto, was nicht passt wird passend gemacht. Davon kann Dame bei Baumwolle bekanntermaßen nur träumen … an der einen Stelle passt es und an der anderen Stelle steht es häßlich ab. Glauben Sie mir nun einfach, wenn ich Ihnen offenbare, dass an jedem meiner 100%-Baumwolle-Textilien Änderungen notwendig waren … und auch das neue Sommertextil wird der Elsa (des Froileins Nähmaschine) zum Fraß vorgeworfen. Einigen wir uns darauf, dass so ein Polyster-Raylon-Elasthan-Stöffchen schon eine bessere Figur abgibt. Übrigens, zum unschönen „Faltenwerfen“ neigen beide Stoffvarianten. Dennoch bin ich überaus begeistert von dem heutigen Zweiteiler. Gut, der Ausschnitt ist bei geschlossener Jacke ein wenig problematisch … also außerhalb eines Rollkragenpullovers könnte man meinen, Frau wäre bis auf den Büstenhalter nackt darunter, aber der Herbst kommt ja auch wieder … irgendwann. Liebe Leserschaft, wie halten Sie es eigentlich mit der Kunstfaser?

Es grüßt Sie herzlichst Ihr Froilein „der Lenz ist da“ Olivia

 

 

 

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