Der Fiona Garden Rock oder das Kombinationsdilemma

Liebe LeserInnen,

Hand auf Ihr textilbegeistertes Herz, liebe Damen (die Herren dürfen natürlich auch gern mitmachen): Wieviele Kleidungsstücke mit auffälligen Mustern befinden sich in Ihrem Kleidungsschrank? Die Polka Dots- und Streifenhörnchen-Roben jetzt aber bitte nicht mitzählen, die sind ja nicht soooo auffällig. Na, liebe Leserschaft, wieviele solcher Textilien beherben Sie? Wenige, einige oder eine Menge … gemessen an den unifarbenen Gewändern? Also, beim Froilein ist das ja so: Da wäre jede Menge Schwarz, einiges an Blau, ein wenig an anderen Farben (Spitzenreiter wäre hier natürlich Rosa) … und zwischen all dem unifarbenen Einheitsbrei lugt ganz verhalten und schüchtern das ein oder andere Muster hervor … oft floraler Art und oftmals nicht einmal recht häufig getragen. Na, Sie wissen schon … nicht immer ist die Gelegenheit passend für solch ein Fähnchen. Eine überaus aberwitzige Ausrede etwas nicht häufiger zu tragen, wie ich finde. Aber dennoch verwende ich diese Ausflucht nur allzu gern … und häufig, da wir ja gerade so schön bei Quantitätsfragen sind. Nichtzuletzt hat das aber einen ganz banalen Grund: Einfarbig ist einfach toleranter. Das fängt bei der adäquaten Ober- oder Unterbekleidung an (bei Kleider im Sommer erübrigt sich das natürlich), geht dann weiter zu der passenden Kopfbedeckung und hört dann irgendwann bei den Leisetretern auf. Ja, und mit dem Schmuck und dem Muster ist das dann auch so eine knifflige Geschichte, wenn nichts farblich Gleiches vorhanden ist. Gut, das kann dem Froilein bei ihrer Schmuckvorliebe ja weniger passieren und wenn alle Stränge reißen, gibt es freilich noch den Perlenschmuck, der geht bekanntlich immer … ähnlich wie das kleine Schwarze. Soweit so gut. Bildchen ab & Muster los … na, zur Hälfte wenigstens:

Rollkragenpullover: Orsay, Rock: Collectif Clothing, Schuhe: Tamaris, Haarblume: Sophisticated Lady Hairflowers, Brosche: Vintage

Sicherlich, Muster können bisweilen heikel sein, aber dennoch fühle ich mich zu gemusterten Kleidungsstücken, die nach Möglichkeit auch noch mit einer ungewöhnlichen Farbkombination aufwarten, magisch hingezogen … wie zu schönen Schmuckstücken (ach, das hatten wir ja gerade schon), zu Kopfzierten und zu Schuhen. Lediglich für Handtaschen habe ich kein ausgeprägtes Faible. Warum? Nun ja, irgendwie stören mich diese Dinger und das leidige Gebammel. Das heißt nun freilich nicht, dass ich so gut wie keine besitze. Nein, nein. Für den Fall der Fälle hätte ich für jede passende Gelegenheit eine Henkeltasche. Zurück zum Fiona Garden Röckchen, den nämlich fand das Froilein ungefähr so knorke wie die biestige Wespe den Nachmittags-lecker-schmecker-Kuchen im heimischen Garten. Haben Sie sich eigentlich auch schon einmal gefragt warum diese Luder immer um diese Zeit aus ihren Löchern kriechen? Wir brauchen doch keine gewichtsregulierende Unterstützung, oder? Jedenfalls erstand das Froilein ausnahmsweise diesen Rock. Sie müssen doch zugeben, das Muster ist schon traumhaft … ein wenig asiatisch anmutend und hübsch mit seinen hinabfließenden Blüten. Die Grundfarbe des Rockes lässt sich schwer bestimmen, zumindest würde mir da jetzt keine genaue Farbbezeichnung einfallen … es ist kein Hellblau, eher ein mittleres Grau-Blau. Oder wie wäre es mit Antik-Blau? Das klingt ja schon einmal um Längen besser als mittleres Grau-Blau, zumal Grau manchmal einen tristen Beigeschmack hat.

Also, wir hätten hier ein fabelhaftes Antik-Blau, gepaart mit hellgraublauen, weißen und roten Blüten. Und weil zu Blüten auch immer Blätter gehören, (sieht die Fiona wohl ebenso wie die Botanik) wäre auch noch ein dezentes, antikes Grün vorhanden. Da kommt Frau schon einmal ins Grübeln … was dazu bitte schön? Weiß? Schwarz? Oder doch ein Rot oder ein Grün, wäre ja beides dezent im Rock vorhanden? Soweit ich mich entsinnen kann, habe ich Ihnen schon einmal berichtet, wie ich textiltechnisch Farben miteinander kombiniere. Und diesbezüglich bin ich ein absolutes Weichei. Ich achte bei auffälligen Mustern von Röcken peinlich genau darauf, dass die Farbe des Oberteils eine hauptsächliche Farbe des Rockes ist. Das Froilein ist eben eine Pomeranze der sicheren Nummer. Also blieben zur Fiona aus dem Garten nur zwei Farben in des Froileins Welt: Weiß & Antik-Blau (die hellere und die mittlere Variante … na sowas, da wären wir ja schon bei drei). Mit hellen Oberteilen, deren Material nun nicht das Dickste von der Welt ist, hat Frau aber auch so ihre liebe Not … ja, würde da nicht immer so unschön der Büstenhalter durchblitzen … da kann er noch so hautfarben sein wie er will, man (wie treffend!) sieht ihn nämlich trotzdem durch … und zwar ziemlich genau. Nun werden meine Landsleute wieder aus den Latschen kippen, wenn ich über Unterwäsche schreibe, aber bisweilen muss es einfach einmal erwähnt werden. Was aber skandalös an meinen Miederhosen ist, die im Volksmund auch gern einmal als Liebestöter bezeichnet werden und die unverfrorenerweise an der Wäscheleine im heimischen Garten zum Trocknen baumeln, weiß ich bis heute nicht. Klären Sie mich doch einmal bei passender Gelegenheit auf. Ach, und trägerlose Büstenhalter sollten auch in der Provinz nicht mehr für Furore sorgen. So, zurück zum Thema: Schwarz würde ich beispielsweise niemals nie zu diesem Muster kombinieren … ja, auch wenn Schwarz das Kombinationswunder schlechthin ist. Nein, nicht einmal als Schuh. Ebenso wenig käme für mich ein rotes oder grünes Oberteil in Frage. Nein, auch schlecht. Sind wir an dieser Stelle einmal ganz ehrlich: Eben das haben alle auffälligen Muster gemein … die Kombinationsmöglichkeiten halten sich in absoluten Grenzen. Und vielleicht ist das der Grund dafür, warum das Froilein (und vielleicht auch Sie?) so wenig ungewöhnlich gemusterte Halbtextilien besitzt. Na, nun haben wir den Schlamassel. Denn es ist doch wohl kein Grund, sich ein Textil nicht zu gönnen, weil es vielleicht nur eingeschränkt kombiniert werden kann.

Ach übrigens, der Rollkragenpullover lief mir ganz zufällig über den Weg. Natürlich kam mir sofort meine Fiona in den Sinn. Ende gut … alles helles Grau-Blau gut, und das Weiß bleibt mir ja immer noch … und dem hautfarbenen Büstenhalter. Und weil wir gerade so schön bei übrigens sind: Anbei bemerkt gibt bzw. gab es diesen Print auch noch als Dolores-Kleid mit halblangen Arm (es war ja die Winterkollektion). Fand ich freilich auch so schrecklich traumhaft. Aber so all-over ist vielleicht doch ein wenig zuviel des Guten. Da stellt sich nämlich wieder die ewig quälende Frage: „Zu welcher Gelegenheit soll ich das denn überwerfen“? Furchtbar diese Sichtweise, finden Sie nicht auch? Denn es braucht doch keine passende Gelegenheiten … jeder Tag ist eine textile Gelegenheit … Frau müsste es nur des Öfteren wagen.

Liebe Leserschaft, wie halten Sie es mit auffälligen Mustern? Und wie würden Sie diesen Rock kombinieren?

Es grüßt Sie von Herzen Ihr Froilein Olivia

Nun, am Ende des Beitrages, kann ich es Ihnen freilich verraten, insofern es Ihnen nicht schon selbst ins Auge gestochen ist. Ja, mit einer dörflichen Pomeranze vor einem Bildchenaufnahmegerät ist es schon so eine Sache … mit dem Wahrnehmungsvermögen eines Herren der Schöpfung aber erst recht. Denn während die eine vor sich hinschusselt und den einen Ärmeln unansehnlich nach oben gekrempelt hat, fällt es dem anderen nicht einmal auf. An sich nichts Neues bei dem Göttergatten, da waren schon halbe Kragen verschwunden und er freute sich seines Lebens. „Ist dir das nicht aufgefallen?“ schimpfte das Froilein hinterher angesäuert. „Öh, nein, warum? Sieht doch trotzdem gut aus.“ Ja, ne ist klar.

 

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4 Kommentare zu “Der Fiona Garden Rock oder das Kombinationsdilemma

  1. Der Rock sieht super aus, und der Pulli dazu auch! Gratuliere. Womit ich das Röckchen kombinieren würde? Als Nichtbesitzerin roter Haare würde ich zu einem knallroten langärmeligen Shirt und schwarzen hohen Stiefeln greifen. Cremefarbene Bluse, dunkelblaue Strumpfhosen und dunkelblaue Schuhe gingen auch

    Worüber ich mich wundere und was ich bewundere: Wie kommt Frau mit diesen Schuhen mitten auf einen verschneiten Feldweg? Reifenspuren sehe ich nämlich ebenso wenig wie Abdrücke von Gummistiefeln.

    Liebe Grüsse!

    Elisabeth

    • Liebe Elisabeth,
      sehen Sie, ich sage es ja immer, das mit der roten Haarwolle ist nämlich auch immer so eine Sache. Faszinierend, dass Sie den Rock so kombinieren würden wie ich es niemals nie täte. Gut, das mit dem Dunkelblau und dem Creme wäre eine Überlegung wert. Nun denn, das Froilein auf einem verschneiten Feldweg … ich höre ja den Gatten immer noch rufen: „Olivia mach ja vorsichtig!“ Ich meine der Göttergatte hatte nur Angst die nächsten 6 Wochen den Scheuerhader zu schwingen und mit dem Wäschekörbchen durchs Haus zu tigern. Also, das Automobil stand nicht weit entfernt, da kann ich Sie beruhigen.
      Liebste Grüße auch zu Ihnen
      Ihr Froilein … erprobt auf glatten Oberflächen (Sie müssten an manchen Wintertagen unsere Eingangstreppen sehen)

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