Textile Liebe auf den ersten Blick

Liebe LeserInnen,

nun wird es aber allerhöchste Eisenbahn, dass ich mich aus meiner dörflichen Versenkung wieder einmal bei Ihnen melde. Den Titel meines letzten Beitrages sollte ich vielleicht korrigieren … nicht nur der Januar ist ein müßiger Monat … der Februar ist es nämlich auch. Verraten Sie mir doch einmal, womit Sie sich derzeit die Zeit vertreiben … so mitten im Winter? Oder hat Sie schon die Frühlingsstimmung gepackt und Sie sind voller Tatendrang? Wenn ja, beneide ich Sie darum. Sicherlich, die ersten gefiederten Gesellen zwitschern fröhlich und auch die Frühlingsblüher meinen, ihre Zeit wäre schon gekommen. Wir Erzgebirgler lassen uns aber davon in unserer Winterstarre so gar nicht beirren und verharren weiterhin wacker (so etwa bis Ende April) getreu dem Motto: „Irgendwann kommt er schon noch … der meterhohe Schnee“. Ja, schlimmstenfalls muss Meister Lampe wieder seine Schneeschuhe vom Speicher holen. So, meine liebe Leserschaft, und weil das so ist und da auch ein Haufen Primeln im provinziellen Heim nichts ändern werden, gibt es heute eine weitere winterliche Kombination. Ja, und da der Valentinstag auch bald naht (oh Schreck), widme ich mich auch gleich noch der Liebe auf den ersten Blick. Passt ja gerade so fabelhaft.

Headpiece: Jazzafine, Blazer & Rock: Collectif Clothing, Pullover: H&M, Schuhe: Tamaris, Brosche: Summer Blue Jewelry (Etsy)

Also, wer kennt sie nicht … die Liebe auf den ersten Blick. Nun meine ich nicht die Geschichte mit dem Traumprinzen hoch zu weißem Ross, dem Frau nach dem ersten „Guck“ gänzlich erlegen ist … wobei man da nur hoffen kann, dass der Edelmann auch sofortig der Liebe entbrannt ist … wird ja sonst peinlich für das Burgfräulein. Nein, nein, ich meine die Liebe auf den ersten Blick in textiler Hinsicht. Denn während wir Frauen bei der ersten Variante des Öfteren gehörig an deren eigentlicher Existenz zweifeln (daran nämlich meine ich mich noch so seicht erinnern zu können, bevor der Göttergatte in mein Leben trat … nicht hoch zu Schimmel, aber in weißer Kochjacke), trifft uns die zweite weit häufiger in unserem Leben … meistens mit einem Schlag … bestenfalls einmal im Monat … und schlimmstenfalls wöchentlich. Und genauso erging es dem Froilein mit dem heutigen Zweiteiler. Sollten Sie nun meinen, dass bei dem Froilein eh nur irgendwo ein Fitzelchen Fell drangepappt sein muss, und es erliegt dem Textil wie eine mittelalterliche Jungfer dem Prinzen auf dem weißen Ackergaul, dann haben Sie damit völlig recht. Ja, wer braucht schon romantisch verklärte Märchen, wenn es Fake Fur gibt.

Schwarze Zweiteiler sind höchst treue und unkomplizierte Begleiter. Erstens geht Schwarz bekanntlich immer und zweitens kann Frau nahezu jede Farbnuance dazu kombinieren. Angebrachter Kunstpelz verleiht der ganzen Robe dann noch einen Hauch Glanz und Gloria. Und wenn wir Damen einmal ganz ehrlich sind, steht uns bisweilen einfach der Sinn danach. Entgegen des Pelzbesatzes am Rock, lässt sich der Pelzkragen am Jäckchen abnehmen. Etwas, dass ich fabelhaft finde, denn so kann das Jäckchen auch an kühlen Frühlingstagen getragen werden, denn allzu wärmend ist es leider nicht. Egal, dafür gibt es Schößchen satt … und wir vintagebegeisterten Damen lieben Schößchen, nicht wahr? Das Schöne am Rock hingegen ist, dass er tatsächlich einmal länger gehalten ist als die übrigen Modelle, die sich in meinem Kleiderschrank befinden. Wir sprechen hier von ganzen 76cm Länge, anstelle der sonst üblichen 70cm. Beim Froilein ist er sogar noch eine hübsche Spur länger, weil er ein wenig zu groß ist und sich deshalb liebend gern & immer wieder von der korrekten Taillenhöhe in Richtung der Hüfte verabschiedet. Ja, auch textile Liebe kann blind machen und auch Größenhinweise dürfen sich gern einmal gehörig täuschen. Ärgerlich wird es dann, wenn die kleinere Größe wie von Zauberhand urplötzlich nicht mehr erhältlich ist. Nun denn, warten wir die nächste winterliche Gewichtszunahme ab (denn während das Jäckchen sich ohne Fellbesatz locker flockig in den Frühling retten kann, wird der Rock wohl ein rein winterliches Textil bleiben) und statten wir dann notfalls dem Schneidermeister einen Besuch ab.

Liebe Leserschaft, gefällt Ihnen der heutige Zweiteiler?

Es grüßt Sie von Herzen Ihr Froilein Olivia, das es äußerst gemein findet, dass einige Hersteller schon jetzt ihre Frühlingsteilchen feilbieten … so mitten im Winter.

P.S. Reißverschlüsse müssen nicht immer hinten mittig getragen werden … wer macht denn sowas?

 

 

 

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2 Kommentare zu “Textile Liebe auf den ersten Blick

  1. Wo findet das Froilein nur immer so tolle Röcke. Ich verzweifle immer an der Länge. Von Pelzersatz kann ich nur träumen. Mir gefällt es sehr gut *schautbewunderndinserzgebirge*

    • Liebe Claralotti mit dem tollen Pelz, ja, der Rock war ein Glücksgriff – ich würde mir wünschen, dass die Länge häufiger angeboten wird. Und ja, ohne das fabelhafte Internet wäre man auf dem Dorf ziemlich aufgeschmissen. Liebste Grüße – Euer Froilein

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