So schön ist der Winter … und so müßig der Januar

Liebe LeserInnen,

der Januar ist ein müßiger Monat, also für alle diejenigen unter uns, die bei vermehrtem Schneefall nicht in freudige Entzückung verfallen und sich unverzüglich Schneeschuhe unter die Füße schnallen … also gemeint ist hier hauptsächlich das Froilein, das überhaupt nicht schneeschuhbegeistert ist (und Sie wissen warum) … ich bin ja freilich nicht lebensmüde. Und was macht so ein Froilein von einem Skigebiet-Dorf, das ihres Lebens im Schnee nicht müde ist? Es sitzt gemütlich auf dem Chaiselongue während draußen Schneeflocken dick wie Erdäpfel herabrieseln und macht … ja, was mache ich … öhm … ich mache nichts und zwar rein gar nichts. Ja, was will man denn auch großartiges tätigen … so mitten im Januar? Die Tage sind viel zu kurz und sind wir einmal ehrlich, richtig hell wird es derzeit tagsüber wahrlich nicht. Die Außentemperaturen sind frostig … da kann die Thermounterwäsche noch so verlockend rufen „Zieh mich endlich an“, das wird konsequent ignoriert, insbesondere, wenn man zur Spezies der Frischluftfanatiker ab 10 Grad über null (und eben nicht darunter) gehört. Ja, und der liebe Schnee fällt immer noch unaufhörlich – sehen Sie, liebe Landesgenossen, ich prophezeite es doch. Das wären übrigens nur einige wenige Gründe, warum es im Januar so schön auf dem, vor Dauerbelastung stöhnenden, Kanapee ist. Aber so schön das süße Nichtstun auch sein mag, irgendwann wird die sofanahe Körperstarre bedauerlicherweise ziemlich öde und zwar schon nach der ersten Woche. Bisweilen bezeichne ich mich ja durchaus als einen aktiven Menschen … nun gut, vielleicht nicht gerade im Winter. Jedenfalls fragt man sich dann besorgt: „Und nun?“. Palim, palim. Sie erinnern sich, es ist Winter. Draußen ist es bitterkalt und verschneit:

Headpiece: Jazzafine, Poncho & Handschuhe: Orsay, Kleid: Hell Bunny, Stiefel: Caprice, Kette & Ohrstecker: New Yorker

Gut, der Winter kann wahrlich schön sein. Aber das mit dem „lebensmüde im Schnee“ sollte ich bei Gelegenheit vielleicht noch einmal reiflich überdenken. Falls es Sie an dieser Stelle beruhigt, den Rest habe ich mir beim fröhlichen Geknipse nicht geholt. Zurück zum Thema Freizeitbeschäftigungen im Januar. Längere Aufenthalte im Freien fallen freilich flach (unwahrscheinlich viele f´s, finden Sie nicht auch?). Öhm … gelegentliches Schneeschippen zählt dabei nicht wirklich als Zeitvertreib, denn bisweilen benutze ich auch gern mein Automobil und fahre in der Garteneinfahrt ein paar Mal fröhlich vor und zurück … das Resultat ist dann so ähnlich wie wacker geschippt. Blieben also nur jedwede „Indooraktivitäten“ zur Kurzweil, wie beispielsweise einen neuerlichen Besuch eines schwedischen Einrichtungshauses. Ja, ich weiß, eigentlich waren wir längst fertig mit den Verschönerungsaktivitäten. Und uneigentlich quälte ich den Göttergatten seit … nun ja … 6 Wochen immerfort mit einer Bitte: „Roliiii, ich sehe mich gar nicht so recht in dem neuen Spiegelschrank.“ (Also von hinten, denn es ist doch wahrlich blöd, wenn man die viel zu schmalen Türen stundenlang positionieren muss, um endlich erahnen zu können, was am Hinterkopf so los ist. Noch blöder wird es dann, wenn beide Türen einfach nicht in der Position verbleiben wollen und immerfort zurückklappen. Der Gatte hatte übrigens schon stundenlang nachjustiert, halten wollten diese fiesen Türen dennoch nicht) „Können wir uns einen neuen besorgen?“ Ja, du gescheites Froilein hätteste mal … und zwar gleich den gekauft, der tatsächlich „Rundumsicht“ verspricht. Geiz ist eben doch nicht immer geil. Aber Sie wissen doch wie das so ist … mit den weiblichen Bedenken die Optik betreffend: „Ja, nicht dass das dann alles über dem Waschbecken zu wuchtig wird. Die Wandschränke sind doch schon so schrecklich groß!“ Ja, ne is klar. Also wurde erst einmal die dezente Variante aufgehängt und natürlich umsonst gebohrt, nur um dann 2 Monate später erneut den Bohrer zu schwingen … freilich an zwei anderen Stellen. Gelobt sei an dieser Stelle das gute, alte Sanitär-Silikon. Aber nun kann ich wenigstens die handfreie & uneingeschränkte Sicht auf meinen Hinterkopf genießen, die zugekleisterten Löcher werden dabei wohlwollend ignoriert. Und der Göttergatte erfreute sich seiner neugewonnen Ruhe … ja, bis dem Froilein etwas Neues in den Sinn kam.

Solche müßigen Monate wie der Januar sind natürlich auch fabelhafte Gelegenheiten, sich endlich einmal den Aufgaben zu widmen, die man lange Zeit vor sich hergeschoben hat. Na, Sie wissen jetzt schon … Tätigkeiten, denen man selbst im Herbst lieber das Unkrautjäten im Garten vorzieht – ach ne sowas, da ist ja gar keines mehr. Nun weiß ich nicht, wovor es Sie am meisten graust, aber bei mir war es das Aufräumen und Ausmisten des Speichers. Denn so ein zusätzlicher Stauraum ist eine überaus feine Sache … für die Weihnachtsdekoration oder für die Schwibbögen, aber auch für alles, dass in der heimischen Wohnstube in Ungnade gefallen ist (in der Regel irgendwelcher Dekorationsfirlefanz). Das nämlich wanderte eins ums andere zur Zwischenlagerung erst einmal auf den Speicher … könnte man ja noch einmal gebrauchen – öhm … wohl eher nicht. Und natürlich werden diese Dinge nicht etwa gleich sorgsam verstaut. Nein, nein, das wäre viel zu einfach. Wie es einem aus den Händen gleitet, so fristet es sein weiteres Dasein auf dem Speicher. Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit Textilien, Büchern, Küchengerätschaften (insbesondere den Küchenmaschinen des Göttergattens), Spielsachen (ja, auch der Minimann mag plötzlich nicht mehr mit allem spielen) und dergleichen mehr. Alles wäre bestens und könnte auch weiter so vor sich hinsiechen, wenn das Froilein den heimischen Boden nicht auch zur Wäschetrocknung nutzen möchte und Sie wissen, ich wasche gern & regelmäßig. So, und damit habe ich mich vergangene Woche tatsächlich befasst … also mit dem Beräumen und Aussortieren (Wäsche gewaschen habe ich natürlich auch). Stundenlang habe ich geräumt und geschlichtet – ja, mir war wirklich fürchterlich langweilig. Und die Moral von der Ausmist-Geschicht? Ich weiß auch nicht, aber früher war unser Boden viel größer. Dafür ist jetzt alles hübsch beschriftet in Kisten und Kartons verfrachtet. Und ich weiß schon jetzt, dass ich mit treffsicheren Worten, wie etwa „Sommer – Rosendeko“ in einem halben Jahr rein gar nichts mehr anfangen kann. Und natürlich habe ich mir wieder einmal felsenfest vorgenommen, nichts mehr unachtsam zwischenzulagern. Aber ich glaube das ging schon wieder beim ausgedienten Spiegelschrank gehörig schief –  ich muss freilich mit dem Wäschekörbchen einen gehörigen Bogen schlagen, aber bislang klappt das ganz wunderbar. Und der Göttergatte? Der durfte auch wieder fröhlich mitwerkeln: „Roliiiii, kannst du mir mal kurz beim Kisten schleppen auf dem Boden helfen?“ Nix da mit himmlischer Ruhe für den Göttergatten. 

So, und als das Froilein alles gerichtet hatte, was zu richten war – der Gatte hoffte ja wieder auf ein paar erholsame Stunden – kamen ihr des Minimanns Worte in den Sinn: „Mama, ich möchte gern bunte Wände haben.“ Nun geben Sie mir vielleicht Recht, dass ein Dunkelblau und ein hübsches Jägergrün vielleicht nicht die beste Wahl für das Zimmer eines knapp 4 Lenze zählenden Bubens ist … bei einer Dunkelkammer könnte man da sicherlich drüber nachdenken. Nur einmal angenommen, der Minimann hadert nach der Bepinselung seiner Wände ähnlich mit der Farbwahl wie sein Froilein Mutter mit dem ersten Spiegelschrank … ja, wo kämen wir denn da hin? Und der Gatte dürfte sich einen Kopf machen wie er das wieder übersteicht. Ein Kompromiß musste her, denn so ein Minimann kann ganz schön stur auf seinen Wünschen beharren. Verschönerung der Wände ja, aber bitte nicht komplett: „Wie wäre es mit ein paar bunten Bildern und ein paar Wandstickern (… ungläubiger Blick …)? Guck mal, die gibt es auch von den Autos, die du so gern hast (gemeint ist hier freilich eine Zeichentrickserie … wussten Sie eigentlich, dass es auch von der Prinzessin Sofia allerhand unnütze Dinde zu erwerben gibt).“ Gänzlich überzeugt und von den „bunten Wänden“ abgebracht, haben den Minimann übrigens neue Regale mit klatschbunten Kisten, die er auch noch fröhlich verschönern durfte (also die Regale, die Kisten schrien ja schon vor Farbe). Natürlich ging es auch in den dörflichen Baumarkt … und zwar in den mit der überschaubaren Auswahl. Und da stolperte das Froilein doch tatsächlich über Schablonen. Na, Sie wissen jetzt schon … Pinsel gegriffen in die Farbe getunkt und ratzfatz hat man einen Piraten an der Wand. Der Sohnemann war hin und weg und da ein Minimann natürlich schon seine eigenen Entscheidungen fällen darf und selbstverständlich auch sollte, durfte er sich zwei Piratenfarben aussuchen. Gut, ich hätte wohl die Blümchenabteilung einfach meiden sollen und ihn nicht mit dem Göttergatten allein auf die Farbpirsch gehen lassen, denn zu seinem blau-grünen Mobiliar entschied sich der Minimann für … na, erahnen Sie es? … rot & gelb. Und da der Minimann so gescheit ist, kam er stolz zu seinem Froilein Mutter: „Mama, eigentlich habe ich jetzt 3 Farben!“ Fabelhaft, wozu ein Farbkasten doch alles gut ist. Ähnlich verhielt es sich auch mit der Verteilung der Piraten an 2 von 4 Wänden (da wären ja noch die Autos, Sie erinnern sich). Selbstverständlich durfte der Minimann mit pinseln. „Noch einen, Mama.“ „Und noch einen.“ „Noch einen!“ „Bitte, noch einen!“ Irgendwann war es dem Froilein Mutter schon gehörig zu bunt: „Bist du sicher?“ „Ja, Mama.“ „Und noch einen.“ „Noch einen, biiiittttee!“ Resultat der Piraterie war dann, dass der Minimann so wenigstens zu zwei wirklich bunten Wänden kam. Falls Sie sich gerade fragen, was eigentlich der Gatte derweil Spannendes vollführte … dieser schwang wieder einmal die Bohrmaschine und ich meine er setzt nun alle Hoffnungen in den Februar, denn das Froilein hätte da für die nächste Woche schon so eine Idee … . Ja, ja der Januar ist wirklich müßig.

Sofern Sie sich, liebe Damen, noch auf der Suche nach einem äußerst bequemen Winterkleid in hübschem Tartan befinden (wir ignorieren jetzt galant die kurzen Ärmel!), dann kann ich Ihnen das heutige Kleid wärmstens empfehlen. Übrigens, wir würden ja lügen, wenn wir behaupten würden, dass all unsere Roben so bequem sind, wie der rot-pinke Schlumper-Jumpsuit von H&M in hübschem Norwegermuster – ein wundervolles Weihnachtsgeschenk vom Gatten (Soll ich Ihnen den einmal zeigen?). Das Kleid gibt es auch noch in einer helleren Karo-Variante. Ebenfalls empfehlenswert für jeden Tag und da geht sogar einmal ein farblich passender Cardigan darüber. Oder ein Überwurf …

Es grüßt Sie von Herzen Ihr Froilein Olivia, dem eben noch etwas eingefallen ist … Sagen Sie doch einmal, können Sie Schokoladenweihnachtsmänner auch nicht mehr ersehen? Warum bitte werden die einfach nicht alle … und die schokoladigen Schneemänner und die Rentiere?

 

 

 

 

 

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6 Kommentare zu “So schön ist der Winter … und so müßig der Januar

  1. hier ein Tipp zur Verwertung „alter“ Schoko-Weihnachtsmänner: in einen Topf mit etwas flüssiger Sahne geben und erhitzen, dabei schön umrühren… egibt eine lecker Schokosauce für den Eisbecher oder die „Birne Helene“

      • Es gibt eine viel energiesparendere Verwendung für die Schokoladenmänner. Als Musterbeispiel gelten die Osterhasen, die ich im Dezember im Grossmarkt gesehen habe. Man hatte ihnen (vom Hersteller, ich glaube das war die Firma Riegelein in Cadolzburg!) anlässlich der weihnachtlichen Zeit einfach ein Elchgeweih aus Papier um die Ohren geschnallt. Fantastische Idee! Her mit den Hasenohren für die Nikoläuse! – Tolle Fotos, Froilein Olivia, und der Mut in der Kälte zu posieren! Allen Respekt! Den Pony immer schön kurz halten, LOL!

      • Liebe Elisabeth,
        eine sensationelle Idee mit den weihnachtlichen Langohren … das muss ich zugeben. Und was macht ein Froilein vom Dorf, wenn sie nicht weiter weiß … richtig … sie googelt. Und ich muss feststellen, Meister Lampe überzeugt auch im weihnachtlichen Gewand. Dankeschön für Ihre lieben Worte und es freut mich sehr hier von Ihnen zu lesen. Kommen Sie gut durch die Woche & bis bald – Ihr Froilein
        P.S. Die Pony-Empfehlung ist vermerkt und rot angestrichen.

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