Das Leben geht weiter … u.a. mit einem Kuschelpullover

Liebe Leserschaft,

heute auf den Tag genau sind 3 Wochen vergangen … nicht die Welt an dahingeschwundener Zeit. Vielleicht gerade einmal ein Wimpernschlag, gemessen an den über 8 gemeinsamen Jahren. Aber dennoch dünkt es mich, als lägen zwischen dem letzten Blick in die treuen Augen meines vierbeinigen Freundes und dem heutigen Tag Welten. Putzige Welt & schnellebige Zeit. Zeit vermag vieles … zerrinnen oder sich gar in die Länge ziehen, aber eines vermag sie sicherlich nicht … Wunden heilen. Von allein heilt da nämlich gar nichts. Erinnern Sie sich noch an das tiefe, schwarze Loch? Stellt man sich den Dämonen aus Verlust, Leere, Schmerz, Wut und Schuldgefühlen nicht, dann ersäuft man in diesem Loch jämmerlich. Eine überaus nette Umschreibung für Trauerarbeit, finden Sie nicht auch?

Der Verlust wiegt freilich noch schwer. Besonders die kleinen, alltäglichen Dinge, die ebenso trivial sind, wie das allgegenwärtige Schniefen unseres Boxerkindes war, sind noch schmerzhaft. Thematik Gartentor beispielsweise, das man all die Jahre immer brav und artig schließen musste, um der Fluchtgefahr ein Schnippchen zu schlagen. Eigentlich überflüssig, denn Bajazzo hat es fertiggebracht aus dem Gartentor hinauszuschreiten, um dann 20 Meter weiter an der Gartentür wieder geduldig auf Einlass zu warten. Seit dem Moment als Bajazzo uns verlassen hat, bleibt es offen. Nicht ein einziges Mal wurde es von da an geschlossen. Warum auch? Bajazzo ist gegangen (zumindest nach herkömmlicher Sichtweise). Manchmal meine ich, Bajazzo noch im Haus tapsen zu hören. Ein wenig Geistergestörtheit gehört doch zum normalen Leben dazu, oder? Und dann wäre da das Dilemma mit der eigenen inneren Uhr, die mich jeden Mittwoch genau zu diesem Zeitpunkt an den Zeitmesser blicken lässt, als Bajazzo uns verließ. Liebend gern würde ich dieser inneren Zeitangabe einmal gehörig in den A… – Entschuldigung – in den Hintern treten. Bajazzo fehlt uns fürchterlich. Ja, und dass wir uns gerade in der schönsten, gemütlichsten und heimeligsten Zeit des Jahres befinden, macht es nicht unbedingt leichter. Aber es wird allmählich besser. Auch wenn es noch genügend Momente gibt, in denen der Schmerz ins Herz kriecht wie die abendliche Dunkelheit über die Felder, versucht die Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit schon jetzt den Schmerz um den Verlust auszustechen. Sehen Sie, die Zeit macht nichts von allein, aber Trauerarbeit hat durchaus ihren Sinn.

Wer weiß, vielleicht besitzt jedes Lebewesen eine Seele, die ewig lebt und bisweilen um die Zurückgebliebenen kreist. Vielleicht ist der nüchterne Zerfall eines dahingeschiedenen Körpers wirklich das einzige, das nach dem Tod geschieht. Wer weiß, wer weiß. Schlussendlich aber ist Bajazzo in unseren Herzen fest verankert. Und da er das bleiben wird, ist er, wenn Sie so wollen, unsterblich. Und da wir eben schon einmal das bezaubernde Wörtchen „geistesgestört“ ins Spiel gebracht haben: An manchen stillen und dunklen Abenden breitet sich in mir ein Gefühl von tiefem Glück und Zufriedenheit aus, dann meine ich, dass mir Bajazzo ganz nah ist. Eines ist gewiss, wirklich „weg“ ist Bajazzo nicht und wird es auch nie sein. So jedenfalls sehe ich das … 3 Wochen später. Wer weiß, vielleicht erzähle ich Ihnen ab und an von Bajazzo. Zu erzählen gäbe es da nämlich eine Menge … Schönes und auch Witziges fern ab seiner Fallsucht.

Liebe LeserInnen, an dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen für Ihre Anteilnahme und Ihre lieben Worte bedanken, die Sie mir entweder hier oder bei Facebook hinterlassen haben (oder auf Facebook? – keinen blassen Schimmer). Auch wenn ich keinen einzigen Ihrer Kommentare beantwortet habe, so haben mich Ihre Worte in den Stunden der größten Trauer dennoch erreicht. Ich danke Ihnen von Herzen. Und Sie haben den Beweis erbracht, dass unsere tierischen Gefährten – ob Hund oder Kanninchen – eben doch nicht bloß „Tiere“ sind. Auch dafür danke ich Ihnen von Herzen.

Das Leben geht weiter. Verabscheuen Sie diesen Satz auch so sehr wie ich? Der Satz ist niederträchtig … aber schonungslos wahr (und wahrscheinlich ist er deshalb so verabscheuungswürdig). Also mache auch ich weiter:

So, es ist ja bekanntlich gerade Adventszeit. Sie werden sicherlich verstehen, dass das Froilein in diesem Jahr nicht gerade in „Adventshöchststimmung“ ist (vor Weihnachten graut es mir offen gestanden ein wenig) aber dennoch entschied ich mich zu einem neuen Beitrag im weihnachtlichen Gewand, schlussendlich gehört auch das Bloggen seit einiger Zeit zu meinem Alltag … und Sie erinnern sich „das Leben geht weiter“ – mir stellt es ja schon wieder die Nackenhaare auf:

Headpiece: Jazzafine, Pullover: Orsay, Rock: Hell Bunny, Stiefel: Deichmann, Ohrclips: Glitter Paradise, Brosche: Luxulite

Des Froileins große Liebe zu Tartan. Logisch, dass ich mich auf diese „neue“ farbliche Variante von Hell Bunny stürzte wie ein Aasgeier. Eine nette karierte Abwechslung zum klassischen blau & grün oder rot & grün ist diese nämlich allemal. Folglich ist eine Adventszeit ohne Karos ein Unding beim Froilein. Ein ebensolches Unding ist in diesem Herbst (ja, streng genommen ist noch Herbst, kaum zu glauben bei den vielen Schwibbögen) der Verzicht auf jedwede flauschige Oberbekleidung … in der Folge übrigens schlicht als Kuschelpullover bezeichnet. Kuschelpullover werden seit einiger Zeit zuhauf angeboten, bevorzugt in hellen Farben. Kuschelpullover sind zwar nicht unbedingt kuschelig und bisweilen auch nicht wärmend – dank löchriger Struktur -, dafür aber hübsch anzusehen. Haben Sie sich auch schon einen Kuschelpullover zugelegt?

Die vintage- bzw. retroliebende Damenwelt hat es in den kälteren Monaten des Jahres wahrlich nicht leicht … und zwar in Sachen Fußbekleidung, insofern diese dann auch noch das Absterben der Fußzehen durch Kälte verhindern soll. Schwierig, schwierig. Des Froileins erste Wahl – nach wie vor – Stiefel. Die gehen zum Bleistiftrock ja immer, verringern ungemein die Beinoberfläche, die nur durch eine Strumpfhose geschützt ist … und … naja, in der Not frisst der Teufel eben Fliegen.

Was wäre die weihnachtliche Garderobe ohne passende Schmuckstücke? Jedenfalls nur halb weihnachtlich und diesbezüglich gibt es überraschenderweise eine große Auswahl … auch an Originalstücken. Eines davon zeige ich Ihnen vielleicht in einem späteren Beitrag.

Liebe Leserschaft, das wäre also der erste Beitrag nach dem tiefen, schwarzen Loch. Für Ihre anregenden Worte bin ich sehr dankbar, gern können Sie mir auch verraten, wie Sie die heutige Garderobe finden.

Es grüßt Sie von Herzen Ihr Froilein Olivia

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2 Kommentare zu “Das Leben geht weiter … u.a. mit einem Kuschelpullover

  1. Ach, es ist schön wieder von dir zu hören. Trauriger als ein pfotiges Familienmitglied zu vermissen, wäre es nicht zu tun. Auch wenn der Kopf weiß, das ein solcher Schritt leiden erspart, ist es das Herz das jeden Tag rebelliert und vermisst.
    Jetzt aber zum Outfit, der Rock sitzt ganz ausgezeichnet. Bei meinem wünschte ich mir am Anfang etwas mehr Stoffzugabe, denn in 4xl ist nicht ganz so nach dran, doch ein wenig vorteilhafter. Und da bin ich konservativ, im Gegensatz zu vielen jüngeren plussize BloggerInnen, meine ich Mode muss nicht nur inszenieren, vorteilhaft sollte sie dabei immer sein. Und so war das erste, das ich mir zu dem Rock gekauft habe ein Peplumtop von H&M. Das dramatisiert meine Taille, und kaschierte wie eng der Rock zunächst an Baufach und Oberschenkel saß. Nun gut, eine gallenblasen OP später und (unfreiwillige) Wochen sehr reduzierter Nahrungsaufnahme später, ist da ausreichend Luft um über taillenkurze Oberteile nachzudenken. Wie dieser reizende kuschelpullover (suche noch einen in schwarz) oder eine Weste (Typ anzugsweste) – ich habe sogar noch eine Fliege aus meiner dandyzeit gefunden, da war ich 17, die vortrefflich dazu passen würde. Leider wird es bei mir Januar bis ich dieses Outfit zeige (also mit Peplumtop). Momentan ergötze ich mich in weihnachtsoutfits.

    Das passende Hütchen aus Vintage-Mohair muss noch genäht werden, allerdings liegen die Brombeeren schon dazu bereit. Die luxulite Brosche sieht ganz wunderbar aus. Ich habe lange überlegt, ob ich die in weiß wollte. Aber auch hier gab es eine kleine weihnachtliche Laternenbrosche, die adoptiert werden musste.
    Viele Grüße aus dem Revier
    Steph

    • Liebe Steph,
      ach, ich danke dir für deine fabelhaften Worte. Der Rock hat aber auch ein schönes Karomuster, oder? Die Kombinationsmöglichkeit mit dem Pelumtop ist mir noch gar nicht in den Sinn gekommen, aber ich finde die Variante spannend und natürlich bin ich schon sehr gespannt auf deine Bilder.Herrje, Gallenblasen-OP, klingt schrecklich und war sie bestimmt auch – ich hoffe dir geht es gut! Thema Kuschelpullover und Thema Schwarz, solltest du irgendwo einen solchen ergattern gib mir bitte Bescheid wo, denn einen schwarzen Flauschpullover suche ich nämlich auch schon geraume Zeit. Auch so ein unerschöpfliches Thema – die Broschenkreationen von Luxulite, die ganz bezaubernd sind und von denen Frau nicht genug bekommen kann und will. Ja, und die Weiße ist mir auch schon ins Auge gestochen, ideal für den Winter, der bislang noch auf sich warten lässt – etwas, dass ich ja ganz und gar nicht schrecklich finde. Aber irgendwann erscheint er … der Schnee … und dann wäre doch die Brosche ganz hübsch, oder?
      Liebste Grüße & beste Wünsche vom Froilein Olivia

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