Retro & Vintage treffen auf die Moderne

Liebe LeserInnen,

nun fragen Sie sich bestimmt was es denn mit dem kuriosen und nicht ganz einwandfrei formulierten Titel auf sich hat. Ja, was hat sich denn die Pomeranze vom Dorf heute wieder ausgedacht? Liebend gern kläre ich auf, insofern Sie nicht schon ungeduldig zum ersten Bildchen gescrollt haben. Gibt es eigentlich für scrollen ein einigermaßen vernünftiges Wort, welches der deutschen Sprache entsprungen ist? Jedenfalls sind Leserinnenwünsche etwas Fabelhaftes. Und wie gern erfülle ich diese. Vor nicht allzu langer Zeit haben nämlich zwei wundervolle Damen die Bitte geäußert, einen Blick auf des Froileins neue Badezimmerfliesen werfen zu dürfen. Angepriesen habe ich den Wandputz schließlich zur Genüge, da würde ich mich als geneigte Leserin oder als geneigter Leser auch fragen, ob die nun wirklich so toll sind. Also, liebe fliesenneugierige Leserschaft, los geht es mit ein paar bildlichen Impressionen aus des Froileins heimischer Naßzelle: (Bei den LeserInnen unter Ihnen, die das Wörtchen Fliese nicht mehr lesen können und diese vielleicht auch nicht unbedingt sehen wollen, kann ich mich an dieser Stelle bloß aufrichtig entschuldigen):

Arbeiten wir nun wacker die einzelnen Begriffe des Titels ab. Retro sind zweifelsohne, und ich hoffe Sie pflichten mir bei, die Fliesen. Welch eine Nervenstrapaze war das mit den kleinen Biestern. Und soll ich Ihnen etwas verrraten – nun kann ich es freilich, wo sie endlich an den Wänden kleben – diese Fliesen habe ich bereits im ersten Fliesengeschäft erpäht und für schicklich befunden. Warum ich die Suche fortführte? Keinen blassen Schimmer. Aber, was lernen wir daraus? Sollte einem auf den ersten Blick etwas ohne wenn und aber gefallen, sollte man unverzüglich zuschlagen … die Nerven können dann beruhigt aufatmen und der Gatte auch. Nun haben es diese Fliesen faustdick hinter den Ohren. Ja, ja, das Fliesenformat ist nicht das größte, aber darauf spiele ich nicht an. Wir haben uns für die weiße & graugrüne Fliese entschieden, denn ein reinweißes Bad mutete uns doch sehr nach einer Fleichereihalle oder einem Operationssaal an. Die graugrüne Fliese musste demnach als dezenter Farbtupfer herhalten. Die Dekorfliesen hingegen mussten natürlich auch sein, denn schließlich wollte das Froilein ein Badezimmer mit Retrocharme. Bei den Dekorfliesen gab es – und jetzt halten Sie sich fest – 9 verschiedene Muster. Einzeln bestellen war nicht, entweder alle oder keine. Rechnen wir nun ein wenig, liebe Leserschaft: 9 Musterfliesen in weiß + 9 Musterfliesen in graugrün + 2 mal einfarbig ergeben summa summarum 20 verschiedene Fliesen. Übrigens, wundere ich mich nicht mehr die Bohne, dass mich der Gatte und die goldenen Handwerker die 3 Tage der Wandfliesenverlegeung abgrundtief gehasst haben und auch Sie wissen nun den Grund dafür. Fröhliche Rechenstunde hatten aber auch der Gatte und sein Froilein im Vorfeld, denn Einfarbig & Dekor haben wir in unterschiedlicher Anzahl geordert. Und da brachte uns der Herr Vater auf eine glänzende Idee: „Habt ihr euch eigentlich schon einmal Gedanken gemacht, wieviel ihr von jeder Fliese auf einem Quadratmeter verlegen müsst?“ – „Öh, nein, müssen wir das denn?“ – Schallendes Gelächter. Aber Recht hatte er, der Herr Vater, die Fliesen mussten gekonnt an den Wänden platziert werden, ohne dass zum Schluss … na, Sie wissen jetzt schon. Wäre ja ärgerlich gewesen, wenn die letzte Wand reinweiß geworden wäre – Glück auf, du holde Fleischerei. Aber Mathematik ist logisch und irgendwie kann man alles errechnen, wenn man nur weiß wie. „Na, das ist doch ganz einfach, Olivia.“ „Ja, ja … “ eine Viertelstunde später hatten wir Ergebnisse und eine Wohltat, dass Herr Vater über mehr Mathematikverstand verfügt als das Froilein und der Gatte. Wir würden ja immernoch wild auf den Taschenrechner eindreschen und zu keinem Ergebnis kommen. Aber egal, die Fliesen sind einwandfrei verlegt und einfach fabelhaft. Das findet auch der Minimann und der Göttergatte, der jetzt wieder ein wenig entspannter durchs Leben schreitet. Sogar Frau Mutter und Herr Vater mussten bei der Betrachtung des Endresultates zugeben, dass die Fliesen so schlecht nicht sind. Gucken wir nun aber weiter, liebe Leserschaft:

Retro ist eine Menge im neuen Badezimmer: das aufgesetzte Waschbecken, der Rippenheizkörper und die Armaturen. Kreuzgriffe sind ja für eine Durchschnittsdorfbewohnerin nicht ganz so einfach zu bedienen. Will heißen, von jedweden Temperaturabstufungen beim Kreuzgriff „W“ muss man sich leise weinend verabschieden. Da ist nämlich nichts mehr mit lauwarm, warm, etwas wärmer, viel warm oder heiß. Nein. Jetzt gibt es nur noch brütend heiß. Sie können sich vorstellen, dass das Einstellen der richtigen „Duschtemperatur“ jetzt seine Zeit braucht – auch am „K“ muss fleißig gedreht werden – aber bitte schön, das Froilein wollte es nicht anders. Dafür sieht sie hübsch aus … die Duscharmatur. So, und da ich gerne meine Erfahrungen mit Ihnen teile, denn vielleicht kann ich Sie vor dem ein oder anderen groben Unfug bewahren: Drehen Sie niemals nicht die Kreuzgriffe in die falsche Richtung – die Griffe überdrehen sich auch ohne viel Kraftanstrengung sehr schnell und dann hat man das Dilemma. Das soetwas passieren kann, habe ich nämlich neulich erst gelesen. Ja, ja … . Nun denn, was könnte man noch unter dem Begriff Retro einordenen? Lassen Sie mich überlegen. Ach, natürlich: das Klosett mit dem aufgesetzten Spülkasten & den Fußboden in adäquater Holzoptik (ja, das sind wirklich Fliesen). Und darf ich Ihnen noch etwas verraten? Der Fußboden ist tatsächlich äußerst putzfreundlich, selbst des Froileins rote Haare erspäht man darauf kaum.

Modern ist ohne Frage die Dusche. Na, nennen wir es nicht gleich Dusche, nennen wir es „riesige Glasscheibe im Raum“. Wäre das Froilein auch diesbezüglich ihrer Liebe zur guten, alten Zeit gefolgt, hätte müssen eine viereckige Duschkabine mit gefliestem Sockel her. Aber man sollte frühzeitig auch daran denken, dass man älter wird – also gab es eine offene Dusche ohne Duschwanne, aber mit angeblich inkludiertem, größerem Raumgefühl und … na, ich weiß auch nicht, das Bad ist immer noch recht klein.

Last but not least – Vintage. Keine Liebe zu den 50ern ohne Originalstücke, und auf diese beiden Schätze bin ich wahrlich sehr stolz. Zum einen wäre da eine Blumenbank:

Wunderschön, oder? Und so herrlich altbacken. Die Arbeitsplatten sind schwarz-weiß marmoriert und harmonieren demnach sehr gut mit der unter dem Waschbecken. Die Bank ist in einem sehr guten Zustand. Sicherlich hat sie Gebrauchsspuren, aber machen diese nicht den unverwechselbaren Charme solcher Stücke aus? Zum anderen wäre da die Nachtischlampe, die ebenfalls aus den 50er Jahren stammt:

Das Froilein hat es ja nicht so mit Rollos oder alternativen Abschirmungsvarianten am Fenster. Vor dem Fenster befindet sich ein Feld und vor einer erzgebirgischen Kuh braucht man sich nicht unbedingt zu genieren. Aber wissen Sie, was definitiv sein muss? Eine Lampe im Fenster. Ich meine, dieses Urbedürfnis geht auf meine erzgebirigsche Abstammung zurück … ich denke wir wünschen uns nicht nur zur Weihnachtszeit ein Licht im Fenster, wenn es draußen finster ist – da kann dann auch kein Rindviech mehr gucken. Die Lampe wirft ein bezauberndes Licht und passt ideal zur Deckenlampe aus gemustertem Glas (die hat der Gatte aber nicht fotografiert).

Liebe Leserschaft, ist heute wieder einmal lang geworden, ich weiß. Vielleicht konnten Sie einen kleinen Einblick in mein neues Miniaturbadezimmer gewinnen. Wie gefällt es Ihnen?

Es grüßt Sie herzlichst Ihr Froilein Olivia, welches an dieser Art Beitrag durchaus Gefallen findet.

 

 

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2 Kommentare zu “Retro & Vintage treffen auf die Moderne

  1. Liebes Froilein Olivia, nun komme ich endlich dazu, Ihnen zu danken für diesen schönen und informativen Beitrag! Wir haben ja schon alle darauf gebrannt, Ihre Fliesenwahl bewundern zu dürfen, aber die Bilder übertreffen die kühnsten Erwartungen. Sehr, sehr schön umgesetzt, ich darf Sie an dieser Stelle auch zu Ihrem Gatten beglückwünschen. Und zu Ihren Nerven. Es hat sich in jedem Fall gelohnt! Die Blumenbank und das Nachttischlämpchen sind übrigens auch ganz bezaubernd.

    Herzliche Grüße von Ihrer Madame, vor deren Fenster sich aktuell ebenfalls Handwerker zu schaffen machen, um dem alten Häuschen ein wenig Kosmetik angedeihen zu lassen. Notwendig ist das schon lange.

    • Liebe Madame,
      lieben Dank für Ihre fabelhaften Worte & Ihr Lob. Nun aber, sollte ich Ihnen gute Nerven für Ihre baulichen Verschönerungen wünschen. Manches Mal ist es eben an der Zeit, das ein und andere zu richten oder richten zu lassen (wem sagen Sie das). Herzliche Grüße von Ihrem Froilein aus der mittlerweile verschneiten Provinz.

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