Sommer adé

Werte LeserInnen,

ja, es ist frisch geworden die letzten Tage und es scheint doch tatsächlich so, dass sich der Sommer endgültig verabschiedet hat – die Wetteraussichten für die nächsten Tage sprechen freilich Bände – herbstliche Bände. Aber sei es drum, dass der Herbst Einzug gehalten hat. Jede Jahreszeit ist reizend und reizvoll auf ihre Art & Weise … und auch den blickdichten Strümpfen kann man durchaus wieder etwas abgewinnen – auch wenn es nur die Tatsache ist, dass die Rasur der Beine nun wieder in größeren Zeitabständen erfolgen darf oder dass den Zehennägeln erst wieder Beachtung geschenkt werden muss, wenn sie vorn am Schuh anstoßen. Sehen Sie, die kältere Jahreszeit hat auch ihr Gutes, oder? Jedenfalls, liebe Leserschaft, was war das doch für ein grandioser Sommer in diesem Jahr. Über Tage – ach, was schreibe ich – über Wochen war es tropisch heiß und die Sonne bestens aufgelegt. Können Sie sich an einen vergleichbaren Sommer in den letzten Jahren erinnern? Das Froilein nicht. Gut, mein Erinnerungsvermögen ist vielleicht nicht das Beste, aber an so viele tropische Nächte in Folge kann ich mich hier im eher frischen Gebirge wahrlich nicht entsinnen. Ja, wirklich schön war er der Sommer, und das meine ich ganz ohne Wehmut und Trennungsangst, denn nichts versüßt uns Frauen den Jahreszeitenübergang so sehr wie passende Roben und schmückendes Beiwerk. Also, liebe Damen, stellen wir unsere Kleiderschränke auf Herbst um und erfreuen uns kräftig daran. Sollten Sie heute schon die erste spätsommerliche Garderobe von mir erwarten, muss ich Sie leider enttäuschen, es gibt noch einmal Sommer, Sonne & Sonnenschein:

Top: Collectif Clothing, Rock: Lindy Bop, Ohrhänger: Fräulein Wildkirsch, Brosche: Luxulite

So, wie Sie unschwer erkennen können, ist der Rock, farblich gesehen, eine Mischung aus dunkel- & mintgrün und weiß. Ja, richtig, Weiß … und zwar ein reines Blütenweiß. Na, Sie wissen jetzt schon, ein Weiß, wie aus der Waschmittelwerbung mit der lächerlich langen Wäscheleine, welche sich über ganze Felder erstreckt und bei der man als Betrachterin denkt: „Herrje, die gute Frau hat aber viel Wäsche! Waschen die Damen vom Dorf wirklich so viel?“ Bisweilen schon, aber die kilometerlange Wäscheleine ist wahrlich übertrieben … obwohl … . Zurück zum Rock. Bei dessen Erwerb dachte ich so bei mir: „Olivia du hast ja jede Menge weiße Oberteile, da wird sich der Rock bestimmt freuen“. Das habe ich tatsächlich gedacht und der Rock freute sich kein bißchen, denn … Pustekuchen. Von all den unzähligen (und eingebildeten) Blüschen und Shirts war nur die Dolores wirklich blütenweiß. Die übrigen Textilien glänzten in Farbschattierungen wie ivory, elfenbein oder champagner. Nun weiß ich nicht, liebe Damen, ob Sie schon vor den Traualter schreiten durften. Aber jede angehende oder ehemalige Braut weiß sehr wohl, das es gravierende Unterschiede zwischen eben genannten Farben gibt. Und jede Braut weiß desweiteren auch, dass sie zu einem blütenweißen Brautkleid niemals ein ivoryfarbenes Bolerojäckchen trägt. Never ever. Darüber klärt einen eine einigermaßen bewanderte Brautmodenverkäuferin auf – jedwede Farbverirrungen sollten an diesem Tag anderen vorbehalten bleiben … bestenfalls der Schwiegermutter. Und ja, ein Bolerojäckchen ist immer Pflicht, auch wenn man sich im Hochsommer das Ja-Wort gibt … könnte ja kalt werden an dem großen Tag. Gleichwohl war es mir damalig Katz wie Mietz ob nun ivory, oder was auch immer, aber die Verkäuferin in dem Brautmodengeschäft meiner ersten Wahl, legte auf die farbliche Abstimmung sehr großen Wert … und auf Benimmregeln. Eine Belehrung was Dame als Braut zu tun und besser zu lassen hat, gab es gratis dazu. Und da sage einer Deutschland wäre eine Servicewüste. Beziehen wir das Geschwafel von eben, auf den Rock, bei dessen Anblick Frau Mutter übrigens sagte: „Oh nein, grün!“, so habe ich mir für nächstes Frühjahr felsenfest vorgenommen nach blütenweißen Oberteilen Ausschau zu halten … oder eine kilometerlange Wäscheleine über die nächsten 3 Felder unweit meiner Haustür zu spannen.

Die fotografischen Aufnahmen entstanden an einem der letzten warmen Sommertage vor gut einer Woche, als die Wetterfrösche in Funk und Fernsehen schon den klimatischen Niedergang prophezeiten. Natürlich packten der Gatte und ich die Gelegenheit beim Schopfe und fuhren hinaus ins Grüne … also 5 Minuten das Dorf hinauf. Soweit so gut und bis dahin war alles fabelhaft …. die Frisur war einigermaßen gelungen und auch die dezente Schminke saß noch da, wo es wirklich angebracht war – die pubertären Widrigkeiten sind immer noch meine engsten Freunde. Nun ist es doch immer schön, wenn die fotografischen Aufnahmen einen kleinen jahreszeitlich Bezug aufweisen … und da wir Sonnenblumen schon hatten, suchten wir uns ein abgemähtes Kornfeld … auf einer Anhöhe mit …

… allerhand stürmischen Böen, die es komischerweise in diesem Jahr bei uns recht häufig gab. Ach, was solls, schieben wir es der globalen Erderwärmung in die Schuhe, dass es im Gebirge neuerdings so stürmt. Sicherlich kann man ähnlich wie blickdichten Strumpfhosen auch stürmischen Tage etwas Gutes abgewinnen … im Herbst in den eigenen vier Wänden, eingemummelt auf dem Sofa bei Kerzenschein, einer Tasse Tee und einem Hundekind, das unter Blähungen leidet, haben stürmische Tage bisweilen etwas wildromantisches an sich. Auf einem Kornfeld bei 25 Grad, Sonnenschein und einem Froilein mit offenem Haar sieht es dann mit den erheblichen Luftbewegungen etwas anders aus. „Wollen wir aufhören“, fragte der Gatte sein miesmuschlig dreinblickendes und „Meine Haare …“ wimmerndes Froilein. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind. „Nein, ich stand nicht umsonst so lange vor dem Spiegel!“ Und eben deshalb gibt es heute auch luftige Bilder. Wie gefällt Ihnen eigentlich die textile Auswahl? Ja, ich weiß … schon wieder eine Dolores … haben Sie eigentlich schon das neue herbstliche (na gut, blau & grau ist eher winterlich) Dolores-Kleid von Collectif Clothing gesehen? Auch schön, oder?

Liebe Leserschaft, genießen Sie den Beginn des Herbstes, gern abends bei Kerzenschein und mit Schoppersocken bekleidet. Sehen Sie, da fällt mir ein, mein Kerzenvorrat neigt sich dem Ende, aber da ich in nächster Zeit wohl öfters ein berüchtigtes blau-gelbes Einrichtungshaus aufsuchen werde, dürfte das meine geringste Sorge sein. Warum dies so ist, verrate ich Ihnen vielleicht das nächste Mal.

Es grüßt Sie herzlichst Ihr stürmisches Froilein Blütenweiß

 

 

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3 Kommentare zu “Sommer adé

  1. Das Ende des Sommers, der Beginn der Online-Sales! Da darf ich Sie zitieren, nicht wahr? Sagen Sie, liebes Froilein, ächzt Ihr Portemonnaie momentan auch so unsagbar oft und laut? Mein kürzlichstes Bestelldilemma – ich konnte mich nicht zwischen zwei Farben entscheiden – wurde schlagartig beendet durch die Aussage des Herrn Herzblatt: Sehen beide schön an dir aus, behalt‘ doch beides. Was soll frau da machen?! Leider sind die textilen Begehrlichkeiten bereits wieder auf ein Maximum angewachsen, so dass ein neuerliches Ächzen aus Richtung Handtasche schon antizipiert werden kann. Solange es Herrn Herzblatt noch erfreut, denke ich, ist das noch erlaubt. Die weiße Doloresbluse ist übrigens auch schon im contrairschen Kleiderschrank gelandet und wartet noch auf passende Untergewandung.
    Herzliche Grüße an die ganze Familie,
    Ihre Mme C.

    • Liebe Madame und gleichgesinnte Geldbörsenquälerin,
      ich beglückwünsche Sie zu Ihrem Gatten & zur Dolores. Das Gejammere Ihres Portemonnaies ignoriere ich allerdings kokett, vielleicht können Sie das ja auch? Denn mangelnde Entscheidungsfreudigkeit hin und her, welches bessere Kaufentscheidungs-auf-die-Sprünge-helfendes-Argument gibt es, als dass uns Damen ein Textil vorzüglich kleidet? Und da muss ich Ihrem Herrn Herzblatt beipflichten. Vielleicht aber kann ich Ihre Geldbörse ein wenig trösten, ich hätte mich bei zwei zur Wahl stehenden Kleidern, ohne klaren Favoriten und idealer Passform, ebenso für beide entschieden, alles andere wäre freilich mit erheblichen Ärgernis unsererseits verbunden, oder? Wir ärgern uns den lieben, langen Tag über so vieles, da sollten wir an unsere Kleidung nicht auch noch einen negativen Gedanken verschwenden. Kleidung versüßt uns den Alltag, wenn wir uns in ihr wohl & schön (oder noch schöner) fühlen. Um Ihre Frage zu beantworten, ich halte mich noch ganz wacker an mein diesjähriges Credo und umschiffe jegliche Schlussverkäufe. Aber wirklich aufatmen kann meine Geldbörse dennoch nicht. Dafür gibt es schon zu viele hübsche Herbst- und Winterteile . Ja, und des Froileins „Winterliste“ ist … ach, reden wir nicht drüber. Mögen Sie eigentlich Tartan und haben Sie im Stillen auch schon Ihre textile Winter-Wunsch-Liste fertiggestellt? Liebe Grüße an Sie & Ihre Lieben
      Ihr Froilein

      • Die Wunschliste ist in Bearbeitung, liebes Froilein. Herr Herzblatt, der sich zwar nicht Gatte nennen darf, aber dennoch entsprechende Anwärterschaftsqualutäten aufweist, hat mir (und sich selbst wohl ( die Freude gemacht, eine dörfliche Zusammenkunft mit einem Motto zu belegen, die es mir noch mehr als sonst erlaubt, in Retro- und Vintagegefilden zu stöbern, um entsprechend gekleidet dem Treiben entgegenzutreten. Ich hoffe, der Rest der Dorfbevölkerung legt sich ähnlich ins Zeug. Ein Muss, sozusagen. Und genau das Schnippchen, das man Geldbörsengeächze schlagen muss. Tartan sprang mir kürzlich derart ins Auge, dass ich befürchte, nur eine entsprechende Anschaffung werde mir das Augenlicht wieder vollständig herstellen können. Wie auch immer, den Herrn Herzblatt freut’s, wenn Madame sich freut, alle sind glücklich, so soll es sein!
        Herzliche Grüße von Dorf zu Dorfe, Ihre in textilmissionarischen Eifer verfallene
        Mme C.

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