Das appetitliche Fähnchen

Werte LeserInnen,

wer kennt sie nicht … diese kleinen, verführerischen und köstlich mundenden Meisterwerke höchster Konditoreikunst? Na, Sie wissen jetzt schon, die Dinger mit der unverschämt hohen Creme-Schicht obenauf, die es in jedweden Geschmacksrichtungen gibt und bei denen es uns Damen schon vom alleinigen Betrachten vor dem nächsten Gang auf die Waage graut. Es ist doch ein Phänomen wie sich so etwas Kleines (!) derart an den Hüften festbeißen kann. Gut, sind wir an dieser Stelle einmal schonungslos ehrlich, der genüssliche Verzehr eines Törtchens stillt weder den Appetit noch ruft er ein Sättigungsgefühl hervor. Und bitte wer ist so willensstark und lehnt tatsächlich nach dem Ersten dankend ab? Wie wäre es also heute mit einer kalorienfreien Alternative, liebe LeserInnen, die man ohne Reue genießen kann: nämlich das Cupcake Print Hepburn Dress von Lady Vintage:

Meine Damen und Herren: It´s teatime. Erstmalig begegnete mir dieses sensationelle und appetitliche Kleid (und mit dem Kleid die britische Marke Lady Vintage) in der Alternativfarbe Creme – das mit dem Hüftgold hatten wir ja gerade. Nun bin ich bei Kleidern nicht so eine Liebhaberin von weiß, creme, ivory, elfenbein oder was nun auch immer farblich zwischen reinem Weiß und eben nicht ganz so reinem (oder schmutzigen) Weiß liegen mag. Also schipperte das schwarze Modell über den kleinen Teich in die ländliche Provinz an den A…. – Pardon – an das Ende der Welt. Lady Vintage bietet diesen Print auch in anderen Schnittvarianten an. Das altbackene Froilein aber entschied sich für den klassischen Audrey Hepburn – Schnitt, der im Vergleich zu den Tea-Kleidern länger gehalten ist. Und länger ist immer besser.

Sie pflichten mir jetzt bestimmt bei, dass es höchst frevelhaft gewesen wäre, nur ein Kleid auf die lange Reise zu bemühen, also bestellte ich damalig auch das Frühlingsschätzchen, das ich Ihnen zum Osterfest präsentierte. Und wie immer überkam mich bei der Größenwahl ein mulmiges Gefühl. Eben jenes Gefühl, dass wir Damen nur allzu gut kennen, wenn wir erstmalig einen uns noch unbekannten Hersteller erproben. Meine anfänglichen Bedenken waren aber unbegründet. Die Passform ist sensationell und die Größen fallen erstaunlich gut aus … also weder zu klein noch zu groß. Liebe Damen, orientieren Sie sich einfach an Ihrer Standardgröße. Mit dieser werden Sie nämlich nicht falsch liegen. Sollten Sie dennoch gar arg zweifeln, gibt es zu jedem Kleid eine Größentabelle mit Maßangaben und auch ein Hinweis zur Materialzusammensetzung kann oftmals sehr dienlich sein: Ein Baumwolle-Elasthan-Gemisch ist weitaus toleranter und nachgiebiger als pure Baumwolle.

Seine volle textile Schönheit entfaltet dieses Fähnchen zweifelsohne mit einem Petticoat. Unterröcke sind aber irgendwie immer heikel. Insofern Dame nicht möchte, dass sie schelmisch unter dem Rock oder dem Rockteil des Kleides hervorlugen, sollten diese immer ein kleines Stück kürzer sein. Zu kurz darf ein Petticoat aber auch nicht anmuten, dann entsteht nämlich eine unschöne Kante und das Volumen endet abrupt an einer Stelle, an der Rock noch lange nicht sein Ende gefunden hat. Um diesen Längenunterschieden gekonnt aus dem Weg zu gehen, könnte Dame nun bei jedem Hersteller, passend zu ihren Kleidern, die jeweiligen Unterröcke erwerben. Aber welche Dame beherbergt so viel Platz für pauschige Tülllagen in jedweden Längen und Farbvarianten? Eine weitere Alternative wäre die Anschaffung eines sündhaft teueren Unterrockes, welcher tatsächlich auch längenverstellbar ist. Sie sehen mit dem geeigneten Unterrock ist es so eine Sache und ich muss gestehen, ich habe bislang auch noch nicht das eine optimale Exemplar gefunden. Vielmehr agiere ich nach dem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht“ (ja, mit schummeln kennen wir Frauen uns wahrlich aus). Längenunterschiede rücke ich demnach wie folgt zu Leibe: Ist der Unterrock zu lang, dann schlage ich den Taillenbund einfach einmal um. Ist er allerdings zu kurz, dann postiere ich ihn eben unterhalb meiner Taille. Nun werden Petticoats häufig in Einheitsgrößen oder in zusammengefassten Größen angeboten – ein elastischer Gummi und diverse Raffungen werden somit sowohl einer Größe XS als auch einer Größe M gerecht (die Welt der Konfektionsgrößen könnte so einfach sein). Diese Raffungen des Taillenbundes können sich aber bisweilen unansehnlich durch das Kleid abzeichnen. Ein breiter Gürtel schafft dann geschwind Abhilfe. Gürtel sind im Allgemeinen eine sehr gute Wahl um den Sitz des Unterrockes zu optionieren … und zu verlängern. Der heutige Petticoat stammt ebenfalls aus einem britischen Hause, besitzt ein schönes Volumen und verfügt über einen Taillenbund, der sich mittels angebrachter Knöpfe enger oder weiter stellen lässt. Und seine Farbe bedarf wohl keiner weiteren Worte, oder?

So, und wenn sich auf dem Kleid schon allerlei kleine Törtchen fröhlich tummeln, dann kann eines auf dem Haupt freilich auch nicht schaden. Dieses Hütchen ist übrigens eines meiner ersten. Welche Dame kann schon Cupcakes widerstehen und welches Froilein Olivia der rosa Couleur?

Headpiece: Jazzafine, Kleid: Lady Vintage, Petticoat: British Retro, Schuhe: Marco Tozzi, Schmuck: Bijou Brigitte

Wie gefällt Ihnen das Kleid und haben Sie für sich schon den idealen Petticoat gefunden?

Es grüßt Sie von Herzen Ihr Froilein Rosarot

 

 

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6 Kommentare zu “Das appetitliche Fähnchen

    • Dankeschön und ganz ehrlich: Ein Petticoat im Sommer, also im wirklichen Sommer gen der 25 Grad-Marke ist nur etwas für wirkliche Liebhaberinnen. Im Herbst oder Winter ist er aber überaus dienlich und herrlich wärmend. Ganz liebe Grüße an euch und einen freundlichen Schniefer vom grauen Boxerbim.

  1. Oh, welch wunderschöner Schnitt! Das ist die Art von Kleid, bei dem ich mir immer den Hals verdrehe und mich ermahne: Man braucht derer nicht mehrere im Schrank! Trotzdem habe ich Ihren Einkaufstipp direkt einmal verfolgt und musste erstaunt feststellen: Die Preise sind ja mehr als schmackhaft! Soeben hat Madame, wenn auch nicht dort, ebenfalls einen ersten Netzeinkauf in Richtung Retrobekleidung getätigt und sitzt schon auf glühenden Kohlen, bis das Paket endlich eintrifft. Herzlichen Dank für Ihre Inspirationen sagt

    Madame Contraire
    (deren Gelbeutel sich in Äußerungen lobpreisender Art heute dezent-beleidigt zurückhält, aber sei’s drum!)

    • Liebe Madame, welch´ Kompliment ist es, Sie zu einem Kauf verleidet zu haben, wobei es mich brennend interessieren würde für was genau Sie sich entschieden haben – ja, die Neugierde ist eine schlechte Begleiterin. Gute und verlässliche Begleiterinnen sind aber Kleider in jenen klassischen Schnitten, wie es eben das Törtchen-Fähnchen ist. Und insofern sie sich farblich unterscheiden, ist auch keine Sünde mehrere davon zu besitzen. Wobei ich diesbezüglich vielleicht nicht beste Ratgeberin für Ihren Geldbeutel bin – meiner spricht ja gar nicht mehr mit mir. Aber ich muss Ihnen wieder einmal beipflichten, manche Hersteller überzeugen mit moderaten Preisen, also sei´s drum. Ich wünsche Ihnen schon jetzt viel Freude mit Ihren Neuerwerbungen und hoffe für Sie mit auf baldige Ankunft. Liebste Grüße Froilein Olivia

      • Liebes Froilein, wahrscheinlich wird es schwierig, Ihnen in Worte zu fassen, wofür ich mich nach langem Hin und Her entschieden habe – entschieden ist vielleicht auch nicht das richtige Wort, ich musste zwei Farbvarianten bestellen, weil ich unsicher war und bin. Möglicherweise kann ich Ihnen ein Photo übersenden, damit Ihre Neugierde gestillt ist und Sie dann vielleicht sogar geneigt sind, einen Tipp abzugeben, welches Kleidungsstück … aber das wäre tatsächlich zu viel verlangt! Zumal ich zugeben muss, dass gewisse Netzläden ein gefährliches Suchtpotenzial besitzen und die Wunschlistenfunktion mich dazu trieb, noch mehr der begehrlichen Stücke virtuell anzuhäufen bis zu meinem nächsten Einkauf. Ein Teufelskreis. Der Geldbeutel ächzt schon mal vorsorglich.

        Dennoch höchst freudig das Paket erwartende Grüße von Ihrer Madame

      • Liebe Madame, wissen Sie was uns baldigst wieder blüht? Der Sale diverser Onlinehändler mit allerlei verlockenden Sommerschnäppchen, bei denen wir Damen wieder denken – also das Froilein jedenfalls: „Ach was soll der Geiz, so kurz vor der kalten Jahreszeit (eigentlich irrsinnig blödsinnig) Sommer wird doch auch nächstes Jahr wieder.“ Ha, und dann verhüllt man die erworbenen Schätze auf dem Speicher in einem Kleidersack und schimpft, dass sich schon die Bäume ihres Laubes entledigen, die Temperaturen wenig sommerlich sind und die nächste warme Jahreszeit wieder in weiter Ferne liegt – idealerweise hat man dann den Schnäppchenerwerb wenigstens einmal getragen. Es würde mich wundern, wenn es diesen Herbst anders werden würde in der Provinz. Wobei ich gestehen muss, einen zaghaften Blick auf das Herbst/Winter-Angebot habe ich hier und dort schon geworfen. Und da wären wir ja schon fast bei den Wunschlistenfunktionen. Ein Teufelszeug! Aber so behalten wir zumindest einen ungefähren Überlick im Angebots-Chaos. Liebe Madame fühlen Sie sich bitte frei, mir Bilder zu übermitteln, ich gebe liebend gern einen Tipp ab. Herzlichste Grüße von Ihrem Froilein

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