4. Firebirds Festival & Stilles Örtchen-Anekdote

Werte LeserInnen,

alljährlich findet am ersten Juliwochenende das Firebirds Festival auf Schloss Trebsen bei Leipzig statt. Natürlich war dort dieses Jahr auch wieder das Froilein vom Lande zugegen und einige Eindrücke davon möchte ich heute gern mit Ihnen teilen. Die Kulisse des wunderschönen Schlosses ist immer wieder atemberaubend. In bereits bekannter Manier, gab es auf zwei Bühnen wieder abwechselnd allerlei Ohren- und Augenschmaus zu genießen. Musikalisch hat das Firebirds Festival an allen 3 Tagen wahrlich gewaltig etwas zu bieten. Wer das Tanzbein schwingen wollte (das Froilein ist ja nicht so die Rhythmusgöttin) konnte das entweder neben den beiden Bühnen auf befestigtem Boden oder unter professioneller Aufsicht bei einem der vielen Tanz-Workshops zu jeder Tageszeit tun. Etliche Workshops mehr wurden in den kühlen Räumen des Schlosses angeboten. Unter anderem konnte sich dort der ein oder andere Herr am Kontrabass oder an der perfekten Tolle versuchen. Die Damen übten sich im Burlesquetanz, im Frisieren oder im Schminken. Freilich darf auch das Modezelt nicht unerwähnt bleiben, das einmal mehr mit einem gewaltigen Angebot aufwartete. Exemplarisch genannt seien an dieser Stelle Anbieter wie Vecona Vintage, Frozen Hibiscus, Wundersame Vintage, die Stoffpuppen oder die liebe Susi von The Pink Bungaloo, die ich neben ihrem Freund endlich einmal persönlich kennenlernen durfte, und ich sage Ihnen, es war ein Genuss mit den beiden. Wer ein wenig Zerstreuung suchte, flanierte entweder zwischen allerlei Oldtimern entlang oder suchte sich ein schattiges Plätzchen an der Mulde. So, und schon wären wir bei des Froileins Hauptaktivität … vor der Sonne in den Schatten fliehen und Himbeerbrause in rauen Mengen verzehren. Denn, Sie erinnern sich bestimmt, an diesem besagten Wochenende meinte es der Sommer überaus gut mit uns … zu gut … unerträglich gut. Nehmen Sie mir es bitte nicht krumm, aber tropische 40 Grad und ein Planet der bedingungslos und ohne Gnade vom Firmament strahlt sind … naja … schwerlich auszuhalten – und das meine ich nicht nur im Hinblick auf die etwaige Entwicklung von Körpergeruch. Sie müssen an dieser Stelle wissen, uns Gebirgler sind derartige Temperaturen völlig fremd; wir wähnen uns schon im absoluten Sommerhimmel, wenn bei 20 Grad Außentemperatur die Sonne scheint und das frische Lüftchen nicht ganz so frisch weht. Wir sind dankbar, wenn wir einmal 2 Monate im Sommer nicht heizen müssen und wir besitzen demnach eher etliche Cardigans und Strickjacken als kurze Hosen oder Sandälchen oder diese zwischen den Zehen schmerzenden Flip Flops. Badeanzüge besitzen wir exakt einen, der reicht nämlich bequem für den Sommerpauschalurlaub oder für den ein oder anderen Besuch in einem überdachten Schwimmtempel. Nun stand ja frühzeitig fest, dass genau an diesem Wochenende der Sommer aus seiner Tüffeltüte kommen würde. Und der Wetterfrosch behielt tatsächlich Recht, obwohl jener eigentlich so zuverlässig ist wie das Jahreshoroskop. Also besorgte sich das Froilein noch flux ein Paar Sandalen und mühte sich nicht weiter mit Gedanken wie denn Frisur und Make up haltbar gemacht werden könnten. Bei derartigen Temperaturen ist das verschwendete Liebesmüh und geschwitzt haben alle. Und glauben Sie mir, irgendwann gewöhnt man sich selbst daran, dass der Schweiß an den putzigsten Körperstellen entlang rinnt und dass das eigene Angesicht glänzt wie eine durchschnittliche erzgebirgische „Speckfettbemme“. Wobei diese sicherlich beim Anblick meiner T-Zone vor Neid erblasst wäre.

Haarblume: Sophisticated Lady, Kleid: Collectif Clothing, Schuhe: Petit Jolie, Tasche: Woody Ellen, Armreifen: The Pink Bungaloo, Ohrhänger: Fräulein Wildkirsch

So, nun haben Sie, liebe LeserInnen, ein fantastisches Gedächtnis und fragen sich jetzt bestimmt: „Na, wann fängt die endlich mit der angekündigten stillen Örtchen-Geschichte an?“ Liebe Liebhaber jedweder Peinlichkeiten – los geht es:

Letztlich einmal erwähnte ich, dass ich formende Unterwäsche ganz nützlich finde und auch selbst gern trage. Besonders effektiv finde ich figurkorrigierende Hosen mit relativ langem Bein und hoher Taille, die nämlich halten zwischen Busen & Kniescheibe alles gut im Zaum und verhindern tatsächlich das unangenehme Verselbstständigen des Rockteils nach oben. Und da das Material so sensationell dünn und angenehm zu tragen ist, kam eine derartige fesche Radlerhose unter dem knielangen (!) Blümchenkleid auf dem Firebirds Festival zum Einsatz. Ja, bei der Glut – ich weiß es eben nicht besser. Obwohl, was glauben Sie wäre beim Himbeerbrauseholen geschehen ohne dieses Ding unterm Kleide? Richtig, das Fähnchen wäre nach oben gerutscht und hätte sich dank fröhlichen Schwitzens und diverser Hautausdünstungen an eben dieser Stelle festgesaugt, wie ein Pömpel am Abfluss … die Radlerhose musste also drunter – 40 Grad Außentemperatur hin oder her. Nun wissen Sie ja wie man sich bei einer solchen Affenhitze als vernünftiger Mensch verhält. Neben der Tatsache, dass man körperlicher Anstrengung gekonnt aus dem Weg geht, nimmt man eben auch stets viel Flüssigkeit zu sich (nach Möglichkeit ohne Promilleangabe). Dadurch wird eine Kabine á la Toilette an solchen Tagen wahrlich zur besten Freundin. Und da stand das Froilein auf dem besagten stillen Örtchen und stand ziemlich tölpelhaft da … mit der hohen Radlerhose, welche obig genau unter dem Büstenhalter endete und mit dem Kleid, das sich bei geschlossenem Reißverschluss nicht gänzlich nach oben schieben ließ. Mitte der Hüfte war nämlich Schluss mit lustig. Für einen 08/15-Schlüpper hätte es gereicht, aber bisweilen kennt Eitelkeit eben doch keine Grenzen. Es half alles nichts, die Blase zum Bersten gefüllt, die Limonade klopfte schon wie wild, pellte ich mich aus Kleid und Shapewear. Das hingegen erwies sich im Nachgang und zwar beim Betätigen der Toilettenspülung als fataler Fehler, denn versuchen Sie einmal im Schweiße Ihres Angesichts … oder Ihrer Taille … oder Ihres Hinterteils klatschenge Shapewear auf transpirierender Haut wieder in die korrekte & korrigierende Position zu befördern. Ein Unding, sage ich Ihnen. Aber das gescheite Froilein wusste Rat und den JeanshosenträgerInnen unter Ihnen wird diese Vorgehensweise vielleicht nicht ganz unbekannt sein: Und so hüpfte ich wacker auf und ab und zog beim Hochhüpfen immer fleißig an dem widerspenstigen Textil. Dass sich allmählich eine ordentliche Schlange blasenschwacher Damen auf dem Abort gebildet hatte und dass Toilettenwände bekanntlich „Ohren haben“, ignorieren wir an dieser Stelle einfach einmal. Das Gehopse brachte nur wenig; die Naht am Hintern hing irgendwo nur nicht am Hintern und von Taillenkorrektur konnte auch keine Rede mehr sein. Und zu guter Letzt, denn schlimmer geht ja immer, zierte das gute (und teure) Stück, das einen so fantastisch an den Schulsportunterricht erinnert, auch noch ein Loch.

Nun denn, die fesche Radlerhose hängt also verloren auf halb acht. Widmen wir uns jetzt dem Fähnchen, denn das fehlt ja bekanntlich noch – es geht tatsächlich noch weiter mit der Klosett-Geschichte. Nun zähle ich ja, trotz rudimentärer Yogaübungen (letztmalig vielleicht vor einem halben Jahr) zu den ungelenken Menschen und es ist doch immer wieder erstaunlich, dass sich Reißverschlüsse, hinten angebracht am unnachgiebigen Kleide (100% Polyester), weit besser öffnen, als schließen lassen … also von einem selbst. Einmal ehrlich liebe Leserschaft, sind Sie so gelenkig, dass Sie sich beispielsweise selbst den Rücken eincremen können? Nein? Also bitte … ich nämlich auch nicht. Jetzt ging meine Geduld schon auf das Konto der feschen Radlerhose und nach einem mittlerweile viertelstündigen Aufenthalt neben einer Klobürste wurde es auch höchste Zeit für einen Ortswechsel. Also mühte ich mich nicht weiter, schloss den Reißverschluss genau das kleine Stück, bei dem man noch nicht meint, dass einem vor Schmerzen die Schulterblätter davonfliegen. Fabelhaft, so konnte sich das Kleid wenigstens nicht mehr über die Hüften verabschieden. Den Rest hielt ich dann umständlich fest und machte mich galant auf den Weg zum Gatten, welcher nicht von ungefähr immer brav & artig vor dem WC auf sein Froilein wartet. „Ich dachte schon du wärst reingefallen.“ Schmunzelnd schloss er den Reißverschluss und das Froilein wanderte zurück auf das intime Örtchen, um sich unter den fragenden Blicken der wartenden und schon ganz bleichen Damen die Hände zu waschen … Hygiene ist freilich immer wichtig …  ja, die kleinen, feinen, aber gemeinen Tücken der unnachgiebigen Textilien im Alltag.

Dennoch war das 4. Firebirds Festivial wieder sensationell und bereitete auch mit verrutschter, fescher Radlerrose sehr viel Freude. Die Stimmung war fantastisch, entspannt und herzlich und ich hätte den Besuch nicht missen wollen. Nächstes Jahr aber bitte wieder mit erträglicheren Temperaturen.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Froilein Transpiration & Figurkorrektur

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