Körperpartien, die besser im Verborgenen bleiben

Werte LeserInnen,

heutig gibt es einmal mehr einen Beitrag aus der Sparte nobody is perfect … oder nicht alle Körperpartien eines Dorffroileins sind sehenswert und nein, der heutige Beitrag handelt nicht wieder von der lieben Leibeswäsche, da muss ich Sie leider enttäuschen. Vielleicht das nächste Mal, mir ist nämlich neulich auf einem stillen Örtchen etwas ganz Blödes widerfahren. Ach, was soll der Geiz, beginnen wir mit einer fotografischen Aufnahme, vielleicht können Sie erahnen, was bei dem Froilein besser im Verborgenen bleiben sollte.

In der Regel achte ich beim Rock- oder Kleiderkauf sehr darauf, dass der Saum wirklich unterhalb meiner Kniescheiben endet. Diesbezüglich kommt mir die damalige Zeit wahrlich zupass, denn häufig waren entblößte Knie alles andere als schicklich. Warum nun aber das jeweilige Textil keinen bein-freizügigen Blick ermöglichen sollte, hat ganz banale Gründe. Frau Mutter sagt nämlich immer … mit bedauerndem Blicke auf meine Knie (und ja, Mütter haben irgendwie doch immer Recht … auch wenn man die internationale Volljährigkeit schon lange hinter sich gebracht hat): „Olivia, Röcke, dürfen nicht oberhalb deiner … naja … nennen wir es mal „Knie“ enden, das sieht ganz furchtbar aus. Aber für deine fürchterlichen Knie kannst du nichts, die hast du von mir geerbt.“ Da bliebe an dieser Stelle nur eines zu sagen: „Na, schönen Dank auch, dass die Mendelschen Gesetzmäßigkeiten so einwandfrei funktionieren“. Wer allerdings für des Froilein Olivias O-Beine (sensationelles Wortspiel) verantwortlich ist, habe ich familiär noch nicht ausmachen können, aber es findet sich bestimmt noch eine genetisch verbundene Person, der ich das in die Schuhe schieben kann. Jedenfalls sind die Knie riesig und die Stelzen krumm … ausgewogen wäre wahrlich etwas anderes. Gestern fragte ich den Gatten und zwar aus Recherchegründen für diesen Beitrag – keiner will ja daneben liegen mit dem was er munter von sich behauptet: „Sag mal, habe ich eigentlich schöne Knie?“ Und da ernte ich doch tatsächlich den gleichen mitleidigen Blick, wie ihn auch Frau Mutter auflegt, wenn ich doch einmal meinen Knien etwas frische Luft und warme Sonnenstrahlen gönne. Nun könnte man meinen, dass zumindest rückseitig – also in den Kniekehlen – alles in Ordnung wäre. Ärgern Sie sich eigentlich auch mit unschönen, bisweilen wirklich unangenehmen und im Sommer fröhlich pulsierenden Krampfadern herum? Die leuchtend blauen Mistdinger gehen übrigens auf des Herrn Vaters Konto. Alles in allem habe ich also nicht nur die Knie schön sondern auch die Kniekehlen – Sie wissen doch wie das ist: Ein Unglück kommt selten allein. Und glauben Sie mir, blickdichte, schwarze Strümpfe gen 80 DEN sind im Sommer nicht unbedingt die beste Lösung. So, und da aber in der Regel nicht immer bedeutet, denn vielleicht ist das mit den formschönen Knien, den blauen Maserungen und den dünnen Beinchen ja gar nicht so tragisch – Wer behauptete eigentlich einmal, dass Einsicht tatsächlich der erste Schritt in Richtung Besserung ist? – besitze ich einige wenige (2 oder 3) kniepräsentierende Textilien, die ich nur an besonders mutigen Beintagen trage oder wenn es richtig, richtig heiß ist. Ja, ich kann es eben einfach nicht lassen.

Das Kleid wanderte in die Provinz, weil ich zum einen die Farbkombination und das Muster absolut bezaubernd finde und zum anderen ist die Machart mit dem eckigen Ausschnitt und der Wickeloptik eine nette Abwechslung – die Gesamtlänge des Kleides habe ich beim Erwerb gänzlich außer Acht gelassen. Schwanken Sie eigentlich auch ständig zwischen zwei Konfektionsgrößen? Das ist wahrlich unschön. Insbesondere, wenn die kleinere Größe, aufgrund eines äußerst nachgiebigen Materials, das Rennen macht. Nun bedeutet kleiner aber bedauerlicherweise auch immer kürzer.

Haarblume: Sophisticated Lady, Kleid: Hell Bunny, Gürtel: Tatyana, Schuhe: Anna Field, Ohrhänger: Fräulein Wildkirsch, Sonnenbrille: So Retro

Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen und jeder Dame ihre wohlgeformten und ihre nicht ganz so wohlgeformten Körperstellen … ja, auch unser Schöpfer (wer auch immer das sein mag) ist durchaus zu einer gehörigen Portion Humor fähig … so fern ab jeglicher Ästhetik. Aber – und zwar mit erhobenen (krummen) Zeigefinger – Sie erinnern sich: nobody is perfect. Und nein, wir müssen tatsächlich nicht perfekt sein … auch wenn wir Damen das manches Mal meinen, sein zu müssen. Ist nicht diese bunte Mischung an uns selbst, genau das, was Individualität ausmacht? Schönheit ist so vieles andere mehr als ein wohlgeformter Körper … oder schöne Knie … oder krampfadernfreie Beine. Und sollten wir Damen uns doch ganz fürchterlich an unseren kleinen Makeln stören, dann gibt es immer noch die breite Palette der Mode, die das unterstreicht, was wir an uns am meisten mögen (und ja, das gibt es tatsächlich) und die genau das kaschiert oder verdeckt, was wir nicht ganz so schön finden. So, das Froilein begibt sich nun auf die Suche nach einem neuen Rock, welcher ganz bieder irgendwo in Höhe der Schienbeine endet. Liebe Leserschaft, nun würde mich interessieren, ob es Ihnen vielleicht ähnlich ergeht mit einer Ihrer Körperpartien wie dem Froilein mit ihren Haxen.

Es grüßt Sie von Herzen Ihr Froilein Olivia, das Sie noch einmal an die Verlosung erinnern möchte und liebe Herren, fassen Sie sich doch einfach ein Herz und nehmen Sie auch teil – der Gatte liebäugelt nämlich schon hämisch mit dem neuen Hosenhalter.

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2 Kommentare zu “Körperpartien, die besser im Verborgenen bleiben

    • Liebe Madame, ich freue mich immer sehr von Ihnen zu lesen. Dankeschön für Ihre bestärkenden Worte. Herzliche Grüße und schon jetzt die besten Wünsche für das bevorstehende Wochenende, Ihr Froilein vom Dorf

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