Das Dilemma mit der Leibeswäsche

Werte LeserInnen,

getreu dem Motto „Augen auf beim Kleiderkauf“ möchte ich Ihnen heute zwei Neuanschaffungen präsentieren, auf die ich schon lange ein Auge geworfen hatte – na, eigentlich waren es beide Äugelein, wovon ich aber eines ganz schnell wieder zugekniffen habe. Um Sie gleich mit ins Boot zu holen …

… darum soll es sich heute drehen. Vielleicht kennen Sie dieses Kleid von Tatyana (einst einmal unter Bettie Page Clothing by Tatyana bekannt). Jedenfalls schwänzelte ich eine hübsche Zeit um eben dieses Kleid, welches Frau auch in anderen Farben und als Bleistiftkleid käuflich erwerben kann. Ja, das Froilein … und zeitlose, klassische und vor allem schwarze Kleider mit einem kleinen Quäntchen Pfiff in all ihrer Schwärze – der geflochtene Ausschnitt ist aber auch drollig. Nun aber lässt dieser keine Gnade gegenüber hervorlugenden Büstenhalterträgern wallten. Sieht ja auch nicht schön aus, wenn die Träger freudig blitzen und blinken. Jetzt kann ich mich  beispielsweise mit  „formender Unterwäsche“ wahrlich gut anfreunden. Dient diese doch einem sichtbaren Zweck – ja, so ein hoher Schlüpfer kann durchaus von Vorteil sein. Übrigens, letztlich am wöchentlichen Waschtage riefen meine Miederhosen, die im Garten gut sichtbar für jedermann bammelten, höchst putzige Reaktionen bei meiner Familie hervor, die ich ansonsten wirklich über alles zu schätzen weiß. Frau Mutter brach beim Anblick des hautfarbenen Exemplars in schallendes Gelächter aus. Das war mir ein Rätsel und ich dachte bei mir: „Hö? Helles, leichtes Sommerkleid & schwarze Unterwäsche, wer macht denn sowas?“ Der Herr Vater schüttelte fassungslos den Kopf und zweifelte an meinem eigentlichen Alter … und dadurch wohl auch gehörig an seinem. Und der Minimann sagte staunend: „Die Mama hat aber große Schlüpper“. Damit muss man sich freilich auch erst einmal anfreunden. Fabelhaft, finde ich aber auch diese Unterkleider, welche nämlich nicht nur die Figur korrigieren sondern auch das lästige Hochrutschen enger Röcke oder Rockteile verhindern oder wenigstens im Zaum halten. Nichts ist freilich störender als das ständige und notwendige „Herumgezuppel“ am Rock. Aber wissen Sie mit was ich mich im Leben nie anfreunden werde? (Ja, jetzt wird es spannend.) Mit … Trommelwirbel … trägerlosen Büstenhaltern. Und genau deshalb, konnte ich mich lange Zeit nicht durchringen dieses Kleid zu erwerben. (Bei den Schuhen war es übrigens die mörderische Absatzhöhe) Aber irgendwann kommt der Tag, an dem man alle Bedenken über Board wirft und sich dieses Kleid einfach gönnt (und die Schuhe gleich mit). Es kann schließlich nicht so schwierig sein, einen geeigneten Büstenhalter zu finden, der auch ohne zusätzliche Träger-Halte-Methode vernünftig sitzt. In der riesigen Unterwäscheabteilung einer namhaften Bekleidungskette waren schnell 10 mögliche Kandidaten ausgemacht, die sich später in der Umkleidekabine auf 2 reduzierten. Aber immerhin, liebe Leserschaft, verfügte ich dann über zwei Büstenhalter, die es endlich möglich machten, dieses Traumkleid zu tragen. Ja, und was soll ich sagen, die Büstenhalter kommen ohne Träger wunderbar zurecht, das Froilein aber nicht. Einmal ganz unter uns liebe Damen, haben Sie bei diesen BHs nicht auch immer das Gefühl, das sie irgendwie kneifen oder sich drohen zu verabschieden? So richtig sicher fühlt sich Frau doch nur mit den beiden Sicherheitsreißleinen links & rechts. So, und weil das bei dem Froilein in ihrer Idiotie so ist, werde ich mir nun diese transparenten Plastikträger zulegen. Gut, transparent bedeutet keinesfalls unsichtbar und das Material verspricht nicht den angenehmsten Tragekomfort, aber wenigstens gewährleisten diese Sicherheitsgurte einen optimalen Sitz und behalten alles dort, wo es auch bleiben soll … nichts sollte irgendwann in den Kniekehlen hängen.

Farblich gesehen ist Rosa eine weitere große Schwäche meinerseits. Der Gatte sagte einmal zu mir (bei formgebender Unterwäsche hält er sich in der Meinungsäußerung diskret zurück): „Olivia du bist und bleibst eine Püppi – mit 60  wird das dann aber mal albern“. Abwarten, mein Freund! Jedenfalls war ich schon lange auf der Suche nach Schuhen in dieser herrlichen Pastellfarbe, bei Pinup Couture wurde ich endlich, endlich fündig. An die Absatzhöhe von 11 cm, die ein wenig an die Höhe des Berliner Fernsehturmes erinnert, gewöhnt man sich etwa nach einer Stunde wüsten und wenig damenhaften Herumstaksens. Dennoch, und das ist wahrlich verwunderlich, sind diese Schuhe bequem. Die Handschuhe habe ich in einem hervorragenden Vintagezustand erstanden. Ja, und da „Mit & Ohne-Bilder immer ganz entzückend sein können – ein Schelm, wer dabei an Büstenhalter denkt – bitte schön: einmal mit und einmal ohne Petticoat.

Headpiece: Jazzafine, Kleid: Tatyana, Petticoat: Hell Bunny, Handschuhe: Vintage, Schuhe: Pinup Couture, Ohrhänger: Fräulein Wildkirsch, Flieder: geliehen

Liebe Leserschaft, ich frage Sie nun nicht nach Ihrer Meinung zu trägerlosen Büstenhaltern sondern mich würde an dieser Stelle interessieren, ob sie sich vielleicht schon einmal wegen ähnlichem Wahnwitz einem Textil entsagt haben.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Froilein „engstirnig in Sachen Unterwäsche“

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7 Kommentare zu “Das Dilemma mit der Leibeswäsche

  1. Oh, das kenne ich nur zu gut – ich finde ja Ubootausschnitte und Neckholder auch ganz zauberhaft, aber der Zauber verfliegt bei den Wäscheträgern auch ganz schnell wieder. Da ich aber nicht ohne Reißleinen zurecht komme, lasse ich solche Ausschnitte weg und begnüge mich mit der – zum Glück reichlichen – Auswahl an anderen Modellen 🙂

    • Liebes beswingtes Fräulein,
      es stimmt, es gibt tatsächlich eine wunderbare und vielfältige Auswahl an Modellen, die einen gewöhnlichen Büstenhalter (ja, auch Neckholder-BHs sind nicht jederfraus Sache) möglich machen und verschwinden lassen. Leise weinend bedauern wir traditionellen Büstenhalter-Trägerinnen diesen Umstand dennoch immer wieder, wie etwa bei dem Anblick eines fabelhaften Neckholderkleides. Und einmal ehrlich, so ganz ohne wäre doch auch furchtbar, oder? Mir wäre es ein Graus. Ein schönes Wochenende Ihnen, und lieben Dank für Ihre Worte.

  2. Herrlich, meine Liebe! Sie bringen ein, ach was, gleich mehrere Dilemmas auf den Punkt. Aber Sie fragten ja nicht nach ähnlichen halt(er)losen Erfahrungen. Ich entsage regelmäßig diversester Textilverlockungen, allen voran schulterfreien Modellen – steht mir einfach nicht, musste ich erkennen. Wo nix ist, braucht man auch nix zu betonen. Es gibt andere schöne Ausschnittvarianten …
    Sind die Schuhe tatsächlich bequem? Ich liebäugele schon eine gefühlte Ewigkeit mit den Varianten in schwarz und rot. Und blau. Eventuell weiß.

    Amüsiert und in Sommerlaune, Ihre Mme C.

    • Liebe Madame Contraire,
      na, also Ihre Meinung zu trägerlosen Büstenhaltern würde mich schon brennend interessieren, da Ihre charmante Antwort mir sicherlich ein Lächeln ins Gesicht zaubern würde. Um schulterfreie Modelle mache ich ebenfalls einen großen Bogen. Gut, ein etwas weiterer Rundhalsausschnitt mag noch schicklich sein, insofern sich die lieben Trägern weit genug nach links und rechts unter das Textil schieben lassen und so „verschwinden“. Was dann doch nicht halten möchte, wird festgeklebt. Dennoch stellt sich mir die Frage, ob es tatsächlich noch Damen gibt, die ganz und gar ohne Büstenhalter auskommen und sich dabei auch noch rundum wohlfühlen. Zu den Schuhen: Ja, diese sind tatsächlich komfortabel, denn der Fuß hat gut Platz und wird nicht unangenehm eingeengt oder gequetscht. Übrigens, Schwarz geht immer, Rot & Blau sind wunderbare Farbtupfer da unten und Weiß sollte in keinem Sommer fehlen – ich bin gespannt wie Sie sich entscheiden. Ich wünsche Ihnen ein sommerliches Wochenende und freue mich wieder von Ihnen zu lesen, liebe Grüße, Ihr Froilein.

  3. Liebes Froilein, da kommt mir wieder in den Sinn, was ich kürzlich gelesen (und sogleich wieder vergessen) habe, ein Tipp, die benötigten, wenn auch unliebsam hervorblitzenden Träger ein für alle mal dahin zu verbannen, wo sie gefälligst hinzugehören haben. Es waren dies kleine Schlaufen an der inneren Schulternaht begehrlicher Kleidungsstücke, also ein Streifchen Stoff, das mithilfe eines Druckknopfs eine Schlaufe formt und somit den Träger aufnehmen und in Form halten kann. Ausprobiert habe ich das nicht, mangels Nähtalent und, wie angedeutet, einigermaßen Zufriedenheit mit einem trägerlosen BH-Modell. Das hält. Punkt. Aufgrund hervorragender Gummierung an den entsprechenden Stellen. Ich vermute allerdings, dass die kaum vorhandene Füllung auch dafür verantwortlich ist, dass es hält, somit der Schwerkraft ein Schnippchen schlagend – aber immerhin! Denn: ganz ohne ist meines Erachtens ein No-go, selbst wenn man nur Besitzerin zweier Linsen auf einem Brette sein mag. Hier zitiere ich zu gern meine liebe Großmutter, die zeitlebens BH trug – über oder unter dem Hemde, ganz gleich – und mir dieses anvertraute: „Kind, trag deinen BH jeden Tag, sonst hängt’s irgendwann!“
    Die Schuhentscheidung habe ich für heute vertagt, werde mir Ihre Aussage jedoch behalten und in die Entscheidung einfließen lassen.
    Ebenso schöne Sommergrüße vom Rheine sendet Ihnen, in nostalgischer Erinnerung an den wohlgeformt-wogenden Busen meiner Oma schwelgend, Ihre

    Mme Contraire

  4. Hallo,
    ich finde deinen Blog deine Fotos und die Farben echt spitze und lese schon eine Weile heimlich mit. Ich würde mich freuen von dir auch mal was bei mir zu lesen http://www.vintageinwien.com. Mach weiter so, mich hast du als Stammleserin fix.
    Ganz liebe Grüsse aus Wien deine Lisa von Vintage in Wien.

    • Liebe Lisa,
      dankeschön für die sensationellen Komplimente und „Herzlich Willkommen“ in der Provinz, ob nun heimlich oder offiziell – ich freue mich über jederfrau & jederman und ich schaue sehr gern künftig bei dir in Wien vorbei.
      Ganz liebe Grüße und die besten Wünsche für die noch frische Woche
      Froilein Olivia

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