Der gewöhnliche Löwenzahn & das Gärtnern

Werte LeserInnen,

heute geht es ab … und zwar ab in den Löwenzahn. Und mit dem Löwenzahn ist das ja bekanntlich so eine Sache. Inmitten der heimischen Grünfläche ist die Maiblume ein absoluter Störenfried, den es zu beseitigen gilt. Auf irgendeiner Wiese hingegen … weit ab des eigenen Gartens mit der britischen Rasenfläche  … ist eine Schar von sattgelben Blütenköpfen eine hübsche Geschichte und äußerst nett anzusehen. Und da dachte ich bei mir: Viele gelbe Blümchen und ein schwarzes Kleid an einem Froilein vom Dorf ergibt doch bestimmt auch eine hübsche Geschichte. So, und das wäre ein Beispiel der fotografischen Resultate – urteilen Sie selbst:

Noch befinden wir uns Mitten im Wonnemonat Mai … oder inmitten des Monates der vielen Feier- und Brückentage. Längst hat sie also begonnen … die Zeit des im Dreckwühlens, des regelmäßigen Rasenstutzens und auch den Blattläusen muss nun wieder persönlich der Krieg erklärt werden … und zwar in aller Form und mit Nachdruck: Mögen sie sich woanders heimelig fühlen, aber nicht an des Froileins Rosenstöcken. Nichtsdestotrotz erfreut uns Liebhaber der frischen Luft das Gärtnern wahrlich … na, größtenteils zumindest. Und schon wären wir bei dem eigentlichen Thema des Beitrages – Sie haben doch nicht ernstlich vermutet, dass ich 500 Wörter über den gewöhnlichen Löwenzahn zusammendichte? Nein, ich muss Sie leider enttäuschen. Apropos Maiblume:

Heute widme ich mich also dem Gärtnern oder des Herrn Vaters Verständnis einer schicklichen Verschönerung unseres Eingangsbereiches. Und diesbezüglich war der Herr Vater bislang näher der Maßlosigkeit, denn der Bescheidenheit. Er ließ nicht eher davon ab, bis nicht auch der letzte Kübel und der letzte Pflanzkasten, welcher sich nicht doch noch irgendwo, ganz hinten im Schuppen versteckt hielt, mit Blümchen ausstaffiert war. Jedes Jahr auf das Neue maulte das Froilein:  „Muss es denn wieder so viel sein?“ Ja, muss es, denn von nichts kommt freilich nichts … und die neidischen Blicke der Nachbarschaft schon gar nicht. Sollten Sie ein solches Blumenmeer, welches bequem einem durchschnittlichen Gartenmagazin entsprungen sein könnte, in Ihrer Nachbarschaft besitzen und sich fragen: „Herrje, warum nur blüht es denn bei dem Herrn Meyer so derartig, während unsere Pflänzchen um das nackte Überleben kämpfen?“ Insofern Wassermangel nicht der Grund des Übels ist, ist die Wunderwaffe in mein schöner Garten schlicht und einfach Dünger. Damit aber bitte nicht geizen und wirklich regelmäßig anwenden – ein Vertreter für Gartenbedarf in der Bekanntschaft hat tatsächlich seine Vorteile. Jedenfalls ist Wassermangel in unserem Garten die geringste Sorge. Zum einen regnet es bei uns im Gebirge in einem durchschnittlichen Sommer wahrlich genügend und zum anderen thronen riesige Wassertonnen an den Regenrinnen, die zwar den Durst der Pflänzchen stillen, bisweilen aber auch den heimischen Eichhörnchenbestand gefährden können  – meine Empfehlung an dieser Stelle, öffnen Sie niemals den Deckel und zwar den ganzen Sommer über nicht (Der Schreck meines Lebens!). Im Herbst kann Ihr Gatte gucken und das arme, aufgequollene Eichhörnchen bestatten. Als Tierfreund stellt man sich aber höchst unangenehme Fragen: Hätte nicht auch eine kleinere Aussparung im Deckel genügt oder werden diese possierlichen Nager etwa immer lebensmüder? Zurück zu den beiden Wassertonnen, welche eben bedauerlicherweise nicht exakt neben den Pflanzkästen verweilen. Für das lauffaule Froilein bedeutete dies nämlich, dass sie sich etliche Male den Weg durch den halben Garten in Richtung Geranie & Petunie bannen musste … mit zwei prall gefüllten Gießkannen. In der Quintessenz des Ganzen war ich dann nicht nur pitsche-patsche nass sondern auch gänzlich aus der Puste. Es dauerte übrigens lange Zeit, bis ich erkannte, dass es sich der Herr Vater mit dem Gartenschlauch aus der Garage heraus, doch recht leicht machte. „Also ich gieße deine Blumen dieses Jahr nur dreimal … mehr nicht“, sprach das Froilein. Pusteblume sprach das schlechte Gewissen, wäre ja auch schade um das Blütenmeer.

Sie können sich an dieser Stelle bestimmt lebhaft ausmalen, was passierte, wenn für unseren Landstrich eine Unwetterwarnung mit Hagelsturm vorhergesagt wurde, was ja in unseren Breiten bisweilen nicht ungewöhnlich ist. Wie pflegt meine Mutter immer so schön zu sagen und besonders in Situationen, in denen sie mit mir schwere Pflanzkästen zum Schutz vor eventuellen Hagelkörnern in die Garage ochsen muss: „Olivia, wir brauchen eigentlich keine Männer.“ Nö, die sind nämlich bei solchen notwendigen Verrichtungen eh nie Zuhause. Wir wollen an dieser Stelle keinerlei Absicht unterstellen, aber die Rollenverteilung im knappschen Haus ist schon drollig. Nun sind endlich die Eisheiligen mit der kalten Sophie im Schlepptau an uns vorübergezogen und der Herr Vater schmückte letztlich Blumenkübel & Pflanzkästen mit blühendem Wunderwerk. Und, was soll ich sagen, Vati schwächelte gewaltig in seinem Pflänzchenwahn dieses Jährchen. Nicht meines Gemaules oder dem Minimalismusgedankens wegen oder weil eine der beiden Regentonnen von Eichhörnchen belagert wird. Nein, etliche Blumenkübel waren nämlich bereits bepflanzt und Sie dürfen jetzig gern erraten, wer dafür verantwortlich war. Denn mit der holden Maiblume ist es freilich schon so eine Sache … mit den verschrobenen Eigenarten der geliebten Eltern aber erst recht. In der Regel machen wir Kinder uns diese irgendwann zu eigen … völlig unbemerkt natürlich und schneller als es uns lieb ist.

Headpiece: Jazzafine, Kleid: Daisy Dapper, Gürtel: Tatyana, Handschuhe: Accessorize, Schuhe: Deichmann

Was das Kleid betrifft, so stammt dieses einmal mehr aus dem Hause Daisy Dapper und wäre nun bereits das Vierte, welches in meinem Kleiderschrank Einzug halten durfte. Das Fantastische an diesem Kleid ist, ich habe es reduziert erstanden – ein Umstand, der jeder Dame ihr Herz höher schlagen lässt. Und da es im letzten Beitrag farbentechnisch recht freundlich zuging, folgt heute eben wieder schwarz – alte Gewohnheiten legt man nur schwerlich ab. Das Kleid ist kein Swingkleid, da es nur leicht ausgestellt ist. Das hingegen ist einmal eine angenehme Abwechslung und ein guter Mittelweg zwischen klatscheng und locker luftig.

Es grüßt Sie von Herzen Ihr Froilein Blumenfee

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s