Blühende Frühlingspracht & Hell Bunny

Werte LeserInnen,

lassen Sie uns heute fortfahren mit dem fantastischen Lenz, welcher uns endlich wieder hinter unseren Öfen hervorlockt und uns hinaus in das Grüne zieht. Die Temperaturen sind angenehm mild und im Vergleich zu denen des Hochsommers noch äußerst erträglich und krampfadernfreundlich. Wohin das Auge auch blickt, überall erspäht es ein Blütenmeer. Das versetzt nicht nur den ein oder anderen Allergiker in hochgradige Verzückung. Die Vögel zwitschern und die Obstbäume blühen, außer unsere zwei kläglichen Apfelbäumchen, von denen sich die übrige Familie einfach nicht trennen möchte – ja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zum Schluss. Sie können sich aber bestimmt vorstellen, welch reiche Ernte im Herbst ansteht, wenn der Minimann ohne große Mühe jede einzelne Blüte zählen kann … bis zehn zählen kann er nämlich schon. Gestrig war doch der Herr Vater mit der Kettensäge im heimischen Garten unterwegs, ganz zur Freude des Minimanns, den nicht einmal ein dröhnender Rasenmäher verschreckt. Ursache des dampfenden Geknatters … die Stämme der Weihnachtsbäume (wir Erzgebirgler sind ein ganz und gar bequemes Völkchen). Ob sich nun für zwei Stämme der Aufwand lohnte, die Kettensäge aus dem Winterschlaf zu reißen und umständlich in Gang zu bringen, mag an dieser Stelle gern bezweifelt werden. Der Fuchsschwanz hätte es freilich auch getan. Dementsprechend kurz war also die Einsatzzeit des Ungetüms und das Froilein rief ihrem Herrn Papa nach verrichteter Arbeit zu: „Vergiss die Apfelbäume nicht“. Und was soll ich sagen, diese mickrigen Gesellen stehen immer noch, aber meine Frau Mutter kann wahrlich finster drein blinken, wenn man sie reizt.

So, und da es überall grünt & blüht (richtig, eigentlich handelt der heutige Beitrag vom Frühling und nicht von familiären Gartenaktivitäten) und da die letzte Garderobe schon recht finster anmutete, präsentiere ich Ihnen heute ein Kleid, das grünt und auf dem es gehörig blüht:

Liebe Leserschaft, mögen Sie eigentlich Flieder, Magnolie & Co.? Also ich besitze bisweilen eine echte Schwäche für allerlei Gehölz und Gesträuch, das zur Frühlingszeit blüht und vor sich hin duftet. Wie schön wäre doch ein Fliederbäumchen oder eine Pfingstrose oder was auch immer … nur kein kümmerliches Apfelbäumchen. Aber ein markierungsfreudiger Familienhund, welcher jedem Baum oder Strauch in der Wachstumsphase beinchenhebend den Kampf ansagt, schränkt die gärtnerische Gestaltung vehement ein – vielleicht liegt hier das Übel der knappschen Obstbäume begründet. Bedauerlich ist es dennoch, aber einen alten Boxerrüden erzieht man nicht mehr … und um schon gar nicht, insofern bei unserem Hundekind überhaupt von „Erziehung“ gesprochen werden kann. So verzichten wir eben (gern) auf nasenschmeichelnden Flieder oder imposante Magnolien … und Forsythien sind eh böse giftig. Ja, und wenn es mich doch einmal unaufhörlich nach Flieder lechzt, dann pinne ich mir diesen eben auf meinen Kopf. Der verströmt zwar keinen Wohlgeruch, sieht aber trotzdem schön aus.

Dieses Hell Bunny-Kleid überzeugt durch die putzigen Ärmel und den neckischen Ausschnitt. Kleider, welche über ein weit schwingendes Rockteil verfügen, können freilich auch ohne Petticoat getragen werden, das ist für den blanken Alltag & bei einem engen Automobil durchaus von Vorteil. Ihren besonderen Charme aber entfalten Swingkleider zweifelsohne mit einem buschigem Unterrock. Dennoch ist ein Petticoat, welcher vor Tüll nur so strotzt, ein recht eigenartiges Textil und häufig habe ich meine liebe Not mit ihm. Er lugt nämlich immer dann & immer wieder unter dem Rockteil hervor, wenn er es nicht soll. Und gelegentlich verteilt er sein Volumen ungleichmäßig von der einen zu der anderen Seite. Um Ihnen vielleicht just zwei bildliche Vergleiche dafür zu liefern: Auf der einen Seite wäre die platte Flunder und auf der anderen Seite wäre des Froileins Haarwolle … nach ausgiebigen Toupieren. Das sieht freilich auch nicht schicklich aus … bei einem Petticoat.

Headpiece: Jazzafine, Ohrstecker: Cabo-Line (dawanda), Kleid & Petticoat: Hell Bunny, Handschuhe: Vintage, Armband: Bijou Brigitte, Schuhe: Caprice

Die Handschuhe sind tatsächlich Vintage und in einem hervorragenden Zustand. Im Internet oder in Second Hand-Geschäften kann man bisweilen wahre Schätze ergattern. Ja, und meine ausgeprägte Vorliebe für Hütchen kennen Sie bereits. Dieses sollte eigentlich genau andersherum und zwar mit der Schleife nach hinten auf dem Haupt getragen werden. Aber Sie wissen, ich wohne auf dem Dorf. Und in einer durchschnittlichen Provinz sieht man Styling-Fauxpas nicht ganz so verbissen – die fallen nämlich oftmals gar nicht auf.

Es grüßt Sie herzlichst Ihr Froilein Olivia

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4 Kommentare zu “Blühende Frühlingspracht & Hell Bunny

  1. Ui, schickes Kleid. Ich habe eines im gleichen Schnitt, allerdings mit anderem Muster. Auch mir gefiel der Ausschnitt und die putzigen Ärmelchen. Aber Ihres, Froilein Olivia, sieht wahrlich frühlingshaft aus. Ein bisschen neidisch bin ich da schon. Meines ist in Weiß mit einem Muster nach Art Delfter Blau, allerdings haben sich darin ein paar Totenköpfe versteckt, so dass es nun leider nicht zur Hochzeit eines Familienmitglieds getragen werden kann… v.v‘

    • Liebe Sandra, schön wieder von dir zu lesen. Putzige Ärmel und ein herzförmiger Ausschnitt überzeugen irgendwie immer. Und ich glaube zu wissen, welches Kleid sich in deinem Besitz befindet (glauben & wissen in einem Satz ist ja auch putzig). Aber das dieses mit versteckten Totenköpfen aufwartet, wäre mir nicht aufgefallen. Solltest du dich umentscheiden wollen – Totenschädel sind wahrlich heikel bei dem schönsten Tag im Leben eines Familienmitgliedes – den Hell Bunny-Traum à la Frühling oder die „Camellia“ gibt es bei succubus.de, einen Onlineshop, den ich wirklich wärmstens empfehlen kann – portofreie und prompte Lieferung. Es würde mich freuen, zu erfahren, wie du dich entschieden hast. Ganz liebe Grüße und eine schöne Restwoche.

      • Liebes Froilein Olivia, ich habe mich entschieden, das Kleid zu behalten. Zu anderweitigen Veranstaltungen (demnächst vermutlich auf dem Rockabilly Weekender in Walldorf) kann ich es ja problemlos tragen. Selbst ein anderes Familientreffen hat das Kleid klaglos überstanden – der Familie sind keine Totenköpfe aufgefallen^^ Für die Hochzeit kopiere ich jetzt den Schnitt auf einen anderen Stoff – und komme so (hoffentlich) zu einem traumhaften Kleid mit adäquatem Stoffmuster. Der Stoff war ehemals Bettwäsche in einem blassen Blau mit hell eingewebten Glockenblumen. Noch bin ich nicht ganz fertig, aber ich denke, das wird.
        Liebste Grüße, Sandra

      • Liebe Sandra, also nun bin ich einmal neidisch: den Walldorf Weekender würde ich auch gern besuchen, aber die liebe Arbeit … gerade zu Pfingsten. Ich wünsche dir dort von Herzen ganz viel Freude. Ich bewundere ja Damen, die über ein Talent zum Nähen verfügen – welche Möglichkeiten man dadurch hätte … . Deshalb finde ich deine Idee, den Schnitt (und der ist wirklich toll) auf einem anderen Stoff zu übertragen fantastisch und blasses Blau mit Glockenblumen klingt wunderbar. Aber ein wenig neugierig auf das Resultat bin ich nun schon. Liebe Grüße und ein tolles Pfingstfest Olivia

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