Gesichtspflege: Das Froilein experimentiert.

Werte LeserInnen,

gemeinhin ist das Froilein bei Gesichtspflegeprodukten nicht sonderlich experimentierfreudig. Will heißen, habe ich eine (!) geeignete Pflegelinie gefunden, welche irgendeine Wirkung entfaltet, dann bleibe ich dieser auch sehr lange treu … am Tage und in der Nacht und ein wenig um die Augen herum – bei Schminken verhält es sich allerdings etwas anders. Da benutzt das holde Froilein in der Frühe und ohne Mühe 10 verschiedene Produkte, ehe sie auch nur einen Fuß vor die Haustüre setzt – aber das wäre ein anderes Thema. Bisweilen rappelt es allerdings auch das Froilein und aus diesem Grund ist mir vergangene Woche in Sache Hege & Pflege des Antlitzes etwas wahrlich Blödes widerfahren … ganz und gar selbstverschuldet und natürlich ganz und gar unnötig … eigentlich. Denn eigentlich ist das Froilein zufrieden mit ihrer derzeitigen Gesichtscreme, aber wie lautet eine Weisheit so nett: Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht etwas besseres findet. Das wäre der Segen der Weiblichkeit (in puncto Gesichtspflege, nicht in puncto Lebenspartner) oder der Fluch der Kosmetikindustrie mit ihren aberwitzigen Versprechen an die Schönheit – welche Dame ist denen nicht schon einmal gehörig auf den Leim gegangen? Neulich im Drogeriemarktes meines Vertrauens entdeckte ich doch tatsächlich eine Gesichtspflege mit dem besonders verheißungsvollen Namen: „Neue Zellkraft“ – dafür waren sie nämlich gerade noch ausreichend … meine unterirdischen Schulenglischkenntnisse. „Sensationell“, dachte sich das Froilein, „das kann ab dem 30. Lebensjahr bestimmt nicht schaden“. Also landete dieses Wunderwerk wissenschaftlicher Verjüngungserkenntnis neben dem Lippenstift in einem beerigen Rotton (das wäre dann der 5. in dieser Couleur, den das Froilein besitzt) im Einkaufskorb, den der Gatte trug, und der sich wieder einmal ein hämisches Grinsen nicht verhalten konnte. Ein Fingerzeig des Froileins auf die Bartpflegecreme, welche sich ebenfalls im Drahtkorb befand und folgender Satz: „Harte Kerle beschweren sich nicht über ein wenig Bartkrabbeln sondern ertragen dieses tapfer“, bereiteten dem wilden Geschmunzel ein zügiges Ende. Des Abends kam er dann zum Einsatz … der kraftverhelfende Kleister. Das Froilein war voller Hoffnung auf den nächsten Morgen.

An jenem sprach der Gatte mit dem gepflegten Bart zu seinem Froilein: „Olivia, dein Gesicht sieht irgendwie komisch aus.“ Also des Gattens Ehrlichkeit ist zweifelsfrei ein Charakterzug (von vielen), den ich sehr an ihm schätze und der sicherlich für den seligen Fortbestand unserer Ehe überaus dienlich ist … aber nicht am frühen Morgen, wenn noch nicht einmal der dörfliche Hahn gekräht hat und ich an meinem Muntermacher-Tee noch nicht einmal genippt habe. „Ich sehe bestimmt ungeheuer energetisch aus.“ „Na, so würde ich es vielleicht nicht bezeichnen.“ Der Blick in den Spiegel, einige Zeit später und mit vorangegangener Begrüßung meiner Lebensgeister, ließ mich dann zu dem Schluss kommen, dass der Gatte so Unrecht gar nicht hatte. Mein Angesicht erinnerte an eine Streuselschnecke in der Bäckereiauslage … und zwar an eine vom Vortag. Ein energetisches Froilein blickte in den Spiegel und ein geschwollenes Gesicht, welches mit unverschämt vielen Pusteln an Stirn, Wange & Kinn versehen war, lugte zurück. Man kann also nicht behaupten, dass zwischen Haaransatz und Doppelkinn fade Eintönigkeit herrschte … nur eben keine frische Energie. Und, dass die Vesikel wirklich klein waren, war bei dem dichten Gedränge auch völlig irrelevant. „Na, sowas.“ Ein wenig verwundert hat mich die eigenartige Reaktion meiner Gesichtshaut auf das neue Pflegeprodukt dann doch und adäquat erklären kann ich mir die zimperliche Reaktion bis heute nicht. Vielleicht hatte meine Gesichtshaut einfach einen schlechten Tag … oder es war die heimliche und gemeine Rache der alten Gesichtspflege, man weiß ja nie. Aber sie können sich bestimmt vorstellen, dass ich einen weiteren Versuch nicht wagen wollte – vor neuer Energie sprühende Zellen hin oder Pustelchen her. Denn Pickel zieren mein Angesicht von Zeit zu Zeit auch so, da braucht es nämlich nicht noch eine unterstützende Creme zu. Somit landete die verhunzende „Gesichtspflege“ in den Tiefen des Badezimmermülleimers, denn leider ließ sich der Gatte für folgendem Vorschlag so gar nicht begeistern: „Magst du nicht die Creme probieren und wir gucken dann mal wie dein Gesicht morgen aussieht?“ – mit Vollbart bestimmt nur halb so pustelig.

Liebe Leserschaft, sollten Sie sich an dieser Stelle fragen, ob ich mir die Folgetage vorsichtshalber Stubenarrest auferlegt habe – nein, denn  ein guter farbiger Gesichtskleister macht bekanntlich vieles erträglicher – auch allergische Reaktionen. Streuselschnecken aber, kann ich überhaupt nichts mehr abgewinnen. Und ich muss Sie bitterlich enttäuschen, heute folgen keine Bildchen mit Pickel-Froilein – ich weiß, es hätte Sie hämisch erfreut.

Headpiece: Jazzafine, Kleid: Daisy Dapper, Tasche: Woody Ellen, Schuhe: Deichmann

Heute präsentiere ich Ihnen ein zweites Kleid aus dem Hause Daisy Dapper, freilich einmal mehr in schwarz. Die schwedische Marke ist fabelhaft und überzeugt mit klassischen Schnitten und Farben. Die Handtaschenkreationen von Woody Ellen sind traumhaft, so blumig, so verträumt, so romantisch. Hach … .

Es grüßt Sie Ihr treu ergebenes Froilein Olivia, das Ihnen im nächsten Beitrag verrät, welchem neuen (?) Trend der Gesichtsverschönerung sie im World Wid Web begegnet ist, als sie eigentlich ein wirksames Pickelmittel suchte.

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