Winterstimmung & Frühlingsgefühle

Werte LeserInnen,

neulich bei einem Spaziergang mit dem nur mäßig motiviertem Boxer vernahm das Froilein Olivia doch tatsächlich die ersten Vogelgesänge im Wald – „Hö, verhört? Oder geistig verwirrt? Nein, tatsächlich … es zwitschert! Der Frühling wird doch nicht etwa sein blaues Band (warum eigentlich blau?) wieder flattern lassen durch die Lüfte – so mitten im Januar?“ Da kann man nur hoffen, dass diese verwirrten, gefiederten Gesellen nicht bei dem nächsten strengen Frost vom Stängel kippen. Da das Froilein nun schon mit der Dichtkunst begonnen hat: Der Minimann hat ja ein ausgesprochenes Faible für alles, das sich reimt. Und da letztlich bei dem Sandmännchen (in der DDR war nun wirklich nicht alles schlecht) der Kalli Zauberlehrling war und der Sohnemann voller Verzückung dem Treiben um Besen und Meister folgte, trägt das Froilein dem Minimann diese lyrische Kunst seitdem gelegentlich vor – freilich mit adäquater Betonung: „Minimann mag den Kalli ganz toll.“ Ist mir bewusst, du kleiner Schelm, du… . Und da kommen sie bisweilen hoch, die netten Erinnerungen an die Zeit des Lernens und des Strebens (Nett ist ja bekanntlich die kleine Schwester von … – na, Sie wissen jetzt schon.). Mussten Sie auch den Zauberlehrling als einen von vielen, aus dem Gedächtnis, vor versammelter Mannschaft und mit schicklicher Betonung vortragen? Ja? Haben Sie mittlerweile den pädagogischen oder lernerzieherischen Nutzen dahinter verstanden? Ja? Klären Sie mich diesbezüglich doch bitte einmal auf, bei mir mag sich da einfach kein tieferer Sinn aus der stupiden Auswendig-Lernerei ergeben. Wie auch immer, der Minimann ist zufrieden, wenn das Froilein reimt und quietscht am Ende stets vergnügt: „Noch eins!“ „Aber gerne doch. „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“

Ja, ja der holde Frühling, der doch hoffentlich baldigst alles grünen & blühen lässt. Stimmungstechnisch gesehen, ist ja bei dem Froilein noch tiefster Winter. Und ehrlich mitgeteilt, weine ich ja immer noch der vergangenen Weihnachtszeit hinterher. Da fallen mir doch die Schwibbögen in den knappschen Fenster wieder ein. Die funzelten nämlich auch noch, da war der Tag mit den 3 heiligen Faltigkeiten längst vorübergegangen. Dennoch muss ich zugegeben, ein wenig albern mutete das dann schon an, das einzige weihnachtliche Haus der gesamten Straße zu bewohnen – den nachbarlichen Blick können Sie sich bestimmt trefflich vorstellen: „Ihr lasst aber dieses Jahr die Schwibbögen lang drin“. Nun ist es ja bisweilen so, dass sobald die Weihnachtsdekorationen und Schokoladenweihnachtsmänner aus den Warenhäusern verschwunden sind, die Frühjahrsdekorationen und Narzis´ & Krokus´ feilgeboten werden. Wunderbar, das ärgert mich ja schon im Oktober mit dem Merry Christmas-Gedöns und den Weihnachtssternen. Aber nun wirklich, der Frühling ist noch so fern und bei uns in den Bergen bekanntermaßen noch viel ferner. Zudem wäre es äußerst deprimierend schon dem Frühling freudig zu fröhnen, wenn Frau Holle im April noch einmal zu Späßchen aufgelegt ist und uns dann noch einmal mit einer gehörigen Ladung weißer Pracht zu beglücken versucht. „Na, nu aber auch nicht mehr!“ Schön, wer sein Automobil dann schon mit Sommerreifen ausgestattet hat.

Sollte mich irgendwann zwischen just und März doch ganz plötzlich die Hasch mich, ich bin der Frühling-Stimmung packen, dann verschwindet eben das Winter Wonderland auf dem Speicher, des Lenzens Schnickschnack wird hervorgekramt und ich kaufe mir zur Feier des Tages ein paar nette (!) Primeln. Man ist freilich vorbereitet – letztlich wird ja jedes Jahr Frühling. Und notfalls gibt es ja diese entzückenden Dekorationsgeschäfte, in denen die Mitarbeiterinnen immer alles so hübsch herrichten und drapieren – da kommt man bisweilen in Versuchung auch eine fingerfertige Dame mit nach Hause zu zerren. Übrigens, versuche ich mir immer möglichst präzise die Anrichteweise einzuprägen, denn schließlich will das Froilein irgendwann ihr Heim dekorieren – kann es aber nicht. Es heißt ja auch nicht Wunst, sondern Kunst und ist abgeleitet von können und eben nicht von wollen. Ein Hoch an dieser Stelle auf das Germanistikstudium, welches nicht enden wollte – Frau Mutter und Herrn Vater wurde es ja schon ganz übel. „Dümmer wird unsere Tochter deshalb bestimmt nicht.“ Belassen wir das an dieser Stelle dabei.

Und wenn mich dann der Lenz gepackt hat, werde ich den Krimkrams bestimmt mit dem Minimann verteilen. Als es in des Froileins Stube nämlich herbstelte, war das wie folgt: „Minimann, guck mal, ist das nicht ein niedlicher, kleiner Igel?“ „Ja, Mama.“ „Und guck mal, der Kürbis hier, der ist aber auch schön, der passt doch bestimmt zu dem Igelchen?“ „Ja.“ „Wo stellen wir die denn hin?“ „Da.“ (Fingerzeig auf den Herd)  „Nein, das geht nicht, da kann der Papa doch gar nicht mehr kochen.“ (Und das wäre wahrlich tragisch, auch für dich lieber Minimann.) „Also, wo hin?“ „Da!“ (Fingerzeig auf des Boxers Futterständer.) Was die Nahrungsausnahme betrifft, versteht Boxerbim ebenso wenig Spaß wie ich selbst: „Wollen wir das lieber hierhin stellen?“ „Ja.“ „Sieht das hübsch aus?“ „Ja, Mama.“ „Guck mal Papa, der Minimann hat heute aber schön dekoriert.“ „Das war nicht der Minimann, das war die Mama.“ „Das sieht man.“ Eines ist mir allerdings bewusst, die eingebläute Art und Weise des wie-muss-jetzt-was-wohin wird mir dann walle, walle entfleucht sein. Der Minmann weiß aber bestimmt Rat.

Nur weil es in meiner Wohnstube noch schneit, bedeutet das keinesfalls, dass die Garderobe nicht etwas Frühlingsstimmung verströmen darf:

Sie sehen richtig, kein Schnee im Gebirge, davon lasse ich mich aber im meiner Stimmung nicht beeinflussen. Sie haben gewiss auf den ersten Blick erkannt, dass das Froilein erneut ein Miss Candyfloss Kleid trägt, den die geraffte Brustpartie, der tiefe V-förmige Ausschnitt und die abgesetzte Taillenpartie sind unverwechselbar für diese Marke. Sie wissen, ich liebe diesen Hersteller, dennoch kann ich den diesjährigen Wintermodellen recht wenig Sympathie entgegen bringen. Schade. Ursprünglich sollte diese Garderobe in der Weihnachtszeit schon ihren großen Auftritt haben, aber irgendwie kam da wohl das mannigfaltige Tartan dazwischen. Aber ich meine, grün vermag auch ein Frühlingsbote zu sein und mit etwas pink erst recht. Und, wenn alle Stränge reißen, wären da noch die Blümchen auf der Strumpfhose.

Es grüßt Sie Ihr treu ergebenes Froilein Olivia, welches nun versuchen wird, mit einem Bund weißer Tulpen in Stimmung zu kommen.

Headpiece: Jazzafine, Ohrhänger: Fräulein Wildkirsch, Kleid: Miss Candyfloss, Schuhe: Deichmann, Strumpfhose: no name

 

 

 

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4 Kommentare zu “Winterstimmung & Frühlingsgefühle

    • Liebe Sandra, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Selbstverständlich sähe das Kleid an dir ebenso schick aus – Miss Candyfloss kleidet jede Frau und gehört zu den wenigen Herstellern, bei denen wirklich nichts kneift oder drückt – man wirft es über und ganz plötzlich, wie von Zauberhand, wird die eigene Haltung anmutig, man fühlt sich pudelwohl und wahnsinnig gut angezogen (Kennst du das?) – absolute Kaufempfehlung meinerseits. Solltest du dich einmal für ein solches Kleid entschieden haben, würde ich mich sehr über deine Meinung freuen. Liebe Grüße & einen fantastischen Restsonntag

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