„Lieber guter Weihnachtsmann…“ oder das Dilemma mit den Geschenken

Werte LeserInnen,

wie ist es eigentlich mit ihren Weihnachtsgeschenken gediegen? Haben Sie schon alles für Ihre Lieben zusammen? Das Froilein und der Gatte waren diesbezüglich wie die Biene Maja und der Willi. Wir sind nämlich schon durch mit den Weihnachtsgeschenken … und mit den Bienchen und den Blümchen. (Nur Wichteln muss das holde Froilein noch, aber das ist eine andere Geschichte.) Das Froilein Menschenscheu bedauert es allerdings sehr, dass es nicht gleich alle Weihnachtsgeschenke im World Wide Web käuflich erwerben konnte, denn sich in legerer Kleidung auf das heimischen Sofa zu lümmeln hat zweifelsohne etwas für sich. Gründe dafür sich doch in das weihnachtliche Gedränge zu stürzen, wären exemplarisch angeführt: „Das müsste ich nun schon erst im Original sehen (den Kaufmannsladen für den Minimann) oder wenigstens einmal Probeschnüffeln (Wer möchte schon, dass die eigene Frau Mutter nach billig anmutenden Duftwässerchen stinkt.).“ Sie sehen, verehrte Leserschaft völlig planlos waren der Gatte und sein Froilein nicht in Sachen Präsente für die Lieben am Heiligen Abend unter oder eben neben dem Tannenbäumchen. Lediglich ein paar wenige ansehnliche Verpackungen fehlen noch – bei der Tanta Emma Geschäftsattrappe für den Sohnemann würden wir darauf verzichten – man sollte schließlich auch einmal an die Umwelt denken. Was aber das adrette Umhüllen und adäquate Verzieren der Geschenke betrifft, lehnt das Frolein Ungeschickt ja dankend ab. Diesbezüglich verfügt der Gatte nämlich über bedeutend mehr Talent und Geduld als das schnell fuchsig werdende Froilein, welches schon an dem Zuschnitt des Geschenkpapieres scheitert, keine adretten Ecken am Rand falten kann, zu viel Klebeband verwendet und das Geschenkband immer auf der falschen Seite „kräuseln“ will. Ich vermute Minimann verpackt in etwa 2 Jahren Geschenke ansehnlicher als meine Wenigkeit. Mut zu Lücke oder Talentfreiheit. Übrigens, da wir gerade bei Duftwässerchen waren: Wenn sich in einer bekannten Parfümerie-Filiale der Duft verschiedenster Eau de Toiletten beginnt auf der Zunge auszubreiten und das obwohl man doch den Mund immer schön geschlossen hatte – beim Probespritzen auf den Teststreifen (Na, so ganz einwandfrei ist die Formulierungsweise jetzig nicht gewesen) – und der eigene Kopf beginnt im Takt zu „Let it snow“ bedrohlich zu dröhnen – die Lautstärke war aber auch schwer zu ertragen – dann ist es wirklich an der Zeit das Geschäft zu verlassen und den Atemwegen und der Mundhöhle ein Päuschen zu gönnen.

So sehr man sich aber das eigene Hirn über die Wahl der Geschenke zermartert – bestenfalls rufen diese euphorische Freudenschreie bei den Beschenkten hervor (Da hat man ja immer die stumpfsinnige Zalando-Werbung vor den Äugelein) – ein gewisses Restrisiko bleibt, insofern sich die zu Bescherenden nicht irgendwann explizit geäußert haben. Aus „Wir brauchen doch eh nichts“ kann man sich recht wenig nehmen. Ja, ja wäre dieses kleine Wörtchen „eh“ nicht. Würden nämlich unter dem Tannenbaum lediglich Tannennadeln besinnlich vor sich hin nadeln, dann wären sie ziemlich lang … die Gesichter, der „eh-nichts-Braucher“. Einen klitzekleinen Vorgeschmack, welch treffliche Freude ein von mir auserkorenes Präsent bei dem Minimann hervorrufen kann, bekam ich am Nikolaustag. Nun ist es freilich so, dass der Nachwuchs bis zu einem gewissen Alter bedauerlicherweise nicht in der Lage ist, sich klar, deutlich und erinnernd über seine Wünsche zu äußern. Also obliegt es bis dahin uns Eltern, ein geeignetes Geschenk zu finden, dass die kleinen Damen und Herren auch wirklich erfreut – der Nachwuchs sollte sich schon über die erste Viertelstunde hinaus noch daran ergötzen. Und das, verehrte Leserschaft, bedarf hellseherischer Fähigkeiten, über die das Froilein wohl nicht verfügt … ihre Mutter aber anscheinend schon. Neulich putzten wir doch eifrig Schuhe für den lieben Nikolaus. Der Minimann auch – das Froilein hingegen öffnete lediglich die Türen ihres Schuhschrankes (Das fand der Geschenkebringer anscheinend nicht schicklich und trug seinen Sack an meinen Schuhen vorbei.). Der elterliche Nikolaus brachte diverse Weihnachtsbücher und das fabelhafte Weihnachtsmannhaus von Playmobil, das es dem Froilein so angetan hatte (Blenden Sie bitte einmal gänzlich Ihre eigenen Vorlieben aus – Das ist höchst diffizil, sag ich Ihnen.) und welches der Gatte am Abend zuvor in Fleißarbeit zusammenbauen durfte – das Froilein wäre ja am nächsten Tag nebst Minimann fürchterlich verzweifelt, durfte aber am Tage des Nikolauses noch Schneemann und Tannenbaum zusammenstecken – das war nun keine wirkliche Herausforderung. Der großelterliche Nikolaus zauberte hingegen Kinderspielzeug von Bosch in Form einer Kettensäge, einer Bohrmaschine und eines Akkuschraubers aus seinem Sack – der Bau des Gartenzaunes mit dem Herrn Großpapa ist in des Minimanns Erinnerung noch sehr lebendig – in des Froileins Gedächtnis allerdings auch. Und liebe Leserschaft, auch wenn es fürchterlich deprimierend ist, Kinder haben ihren ganz eigenen & konsequenten Geschmack in Sachen Lieblingsspielzeug: „Minimann guck doch mal wie schön das Haus von dem Weihnachtsmann ist.“ „Mit der Kettensäge spielen.“ Dieser entspringen tatsächlich authentische Sägegeräusche, welche nach einer geraumen Zeit ähnlich nervenstrapazierend sind, wie die Beschallung bei Douglas. „Wo stellen wir denn den Schneemann hin? Und den Tannenbaum, guck doch einmal, der ist schneebedeckt (hehe, Winter Wonderland bei Playmobil), der muss bestimmt zu dem Schneemann nach draußen.“ „Minimann tut bauen, mit der Bohrmaschine, wie der Opa am Gartenzahn.“ Fabelhaft! Daumen und Zeigefinge zu einem L geformt und vor des Froileins Stirn gehalten. Aber das Haus vom Weihnachtsmann ist wirklich entzückend. Wie exquisit, dass dem Minimann mit dem Playmobil-Adventskalender „Der Weihnachtsmann beim Geschenke packen“ die Wartezeit auf eben diesen versüßt wird. Aber es bleibt spannend, welchen Widerhall denn der Kaufmannsladen bei dem Sohnemann findet. Die holde Frau Großmutter versucht, ihr geliebtes Enkelkind mit einer Kinderküche zu entzücken – „Kochen wie der Papa.“

Neben dem Nikolaus gibt es freilich noch den Weihnachtsmann, der bisweilen verstörend auf die kleinen Kinderlein einwirken kann, beispielsweise auf einem Weihnachtsmarkt. Fabelhaft, wenn sich just in diesem Moment der Gatte, der Minimann und das Froilein auf eben jenem befinden – Waffeln essend – ja, die Schlagcreme kann gelegentlich auch mächtig fies sein. „Minimann möchtest du denn zu dem Weihnachtsmann gehen?“ Das kleine Kindergedicht „Lieber, guter Weihnachtsmann …“ (Sie wissen bestimmt über dessen Fortgang bestens Bescheid) beherrscht er in Perfektion – also das Froilein Mutter könnte dies nicht in einem derartigen Affenzahn vortragen, wie es der Minimann vermag. Und der Sohnemann überrascht mich doch immer wieder, denn unser kleiner Prinz Charming hat nämlich gar keine Angst vor dem böse dreinblickenden, bärtigen Mann in Rot. Das mag schlussendlich darin begründet sein, dass der Minimann gerade frisch aus dem Froilein geschlüpft, nicht nur Mama, Papa und Oma unverzüglich kennenlernte, nein er durfte auch in das vollbärtige Angesicht meines Vaters blicken. Ein Hoch auf die frühkindliche Prägung. Zurück zur besackten Weihnachtsherrlichkeit. Stolz wie Oskar und mit Süßigkeiten ausgestattet verließ der Minimann nebst seinen Eltern den weihnachtlichen Markt. Da dachten sich seine Erziehungsberechtigten, dass es doch gleich eine wunderbare Gelegenheit wäre, einen Wunschzettel für den „einen“ Weihnachtsmann zu kreieren. Erklären Sie einmal einem knapp 3-jährigen, dass der „richtige“ Weihnachtsmann eigentlich erst und nur am 24.12. beschert und eben nicht jeden Tag auf einem provinziellen Weihnachtsmarkt. „Minimann, was wünschst du dir denn von dem Weihnachtsmann?“ Da malte er eifrig drauflos. „Was ist denn das?“ „Ein Hüpfball.“ (Rund war es ja … das lila Gebilde) Aha, eine fabelhafte Wahl … im Winter und „Nein, im Winter mäht der Opa nicht Rasen.“

Was die Garderobe betrifft, möchte ich Ihnen heute gern ein fantastisches Kleid von Miss Candyfloss zeigen. Werte Damen, sollte sich noch kein Kleid dieser Marke in Ihren Kleiderschränken befinden, so sollten Sie das wahrlich ändern. Erweitern Sie doch einfach Ihren Wunschzettel. Denn Miss Candyfloss überzeugt (das Froilein Olivia jedenfalls) durch fabelhafte Schnitte, eine umwerfende Passform und eine sensationelle Qualität. Dieses Modell ist ganz besonders entzückend. Der keck gestaltete Ausschnitt, welcher entweder hochverschlossen oder tief blickend getragen werden kann, also je nachdem wie offenherzig man durch die Provinz schreiten mag, ist ebenso fabelhaft, wie die Tartan-Elemente.

Die Qualität dieser fotografischen Aufnahme ist fürchterlich, ich wollte Ihnen allerdings nicht vorenthalten, wie dieses Traumkleid mit Ausschnitt anmutet.

Es grüßt Sie Ihr ergebenes Froilein Olivia, welches dem weihnachtsmännlichen Gatten nicht so recht trauen mag und selbst einen Wunschzettel anfertigte – natürlich in Schönschreibschrift.

Headpiece: Jazzafine, Kleid: Miss Candyfloss, Schmuck: Bijou Brigitte, Stiefeln: Deichmann, Strumpfhose: farblich abgestimmt

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu “„Lieber guter Weihnachtsmann…“ oder das Dilemma mit den Geschenken

    • Herzlichen Dank für Ihren lieben Kommentar und Ihr sensationelles Kompliment. Es erfreut doch jeden Schreiberling, wenn er der Leserschaft, das ein oder andere Schmunzeln entlocken kann – der Minimann ist aber auch eine Spaßkanone. Auch ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein frohes Weihnachtsfest.

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