Reisevorbereitungen: Bitterböse Garderobeneinsichten oder das Froilein besitzt nichts Kleidsames

Werte Leserinnen,
am gestrigen Tage stand doch das holde Froilein Rotkäppchen vor Ihren Garderobenaufbewahrungsstätten und stellte bei der sorgsamen Prüfung des Inhaltes mit Entsetzen fest: „Ich habe ja gar nichts Kleidsames!“. Verehrte Damen, vielleicht ist Ihnen dieser Umstand bekannt? Diese Erkenntnis sollte Frau allerdings niemals laut im Beisein des vertrauten männlichen Geschlechtes kundtun, es sei denn sie möchte bitterböse Blicke und verständnisloses Kopfschütteln ernten, gekrönt mit den aufmunternden Worten: „Deine Kleiderschränke,  Schränke – Olivia – Schränke (An diesem Punkt nimmt die Stimme meines teuren Gatten eine leicht schrille Tonfarbe an.) platzen aus allen Nähten (Stimmt, es wäre an der Zeit für ein neues Monstrum – aber wohin damit?), mehrmals im Monat klingelt der Postbote (oder der unheimlich nette Hermes- oder DPD-Mensch) und bringt eben nicht nur die Post sondern auch diverse Pakete – Olivia – Pakete (Also, der neue Collectif-Wintermantel (!) passt nun wirklich nicht in ein Päckchen!) und du sagst mir jetzt, du hast nichts zum Anziehen!“ Möchten Sie Verständnis für Ihre missliche Lage, so ist der teure Gatte freilich die völlig verkehrte Adresse, die eigene Mutter übrigens auch. Werte Herrlichkeiten, es ist für Sie sicherlich nicht im Geringsten nachvollziehbar, warum wir Damen uns an so manchen Tagen überhaupt nicht mit dem Inhalt unseres prall gefüllten Kleiderschrankes anfreunden können. Wir können Sie beruhigen, wir verstehen es bisweilen auch nicht – und mit dem Menstruationszyklus oder unserem Eisprung lässt sich das leider auch nicht begründen. Aber, liebe Herren, wie wäre es an solchen Tagen mit einer weniger schrillen Tonlage, weniger bösen Blicken und mit folgendem Versuch: Seien Sie umsichtig mit Ihrer Dame (schlussendlich möchte Sie auch Ihnen gefallen), werfen Sie selbst einen äußerst interessierten Blick (sollten Sie authentisch schauspielern können – fabelhaft!) in ihren Kleiderschrank und greifen Sie entweder das Lieblingskleid oder eines von den vielen Garderoben an denen noch fröhlich das Etikett baumelt. „Wie wäre es mit diesem? Das kleidet dich bestimmt vortrefflich“. Und sie lebten glücklich miteinander bis an das Ende ihrer Tage. Nun geht das Froilein Olivia diese Woche wieder auf Reisen – für stolze zwei Tage. Tag 1: Anreise Berlin – Tag 2: Weiterreise nach Hamburg – Tag 3: Rückreise „Und die Frisur sitzt.“ Können Sie sich eigentlich noch an den grandiosen Werbespot eines führenden Haarfixierungsmittelherstellers erinnern? Hamburg, München & Rom – Regen, Wind & Sonne – und mittendrin eine galante Blondinne (Nein, nicht die Heidi, aber die Marke ist korrekt.) mit walle-walle-in-den-Nacken-schmeiß Lockenmähne – „Perfekter Halt“ Oh, du heile Werbewelt in 30 Sekunden. Genug von der Haar-Thematik, darüber wurde erst kürzlich genug schwadroniert und zurück zu den Reiseabsichten, deren Grund ganz banal zwei abendliche Konzertveranstaltungen sind (Hach, The Baseballs sind schon toll mit ihren Haartollen und den schwingen Hüften – singen und musizieren können sie natürlich auch ganz vortrefflich.). Und da wollen wir eben hin – mein Gatte und ich. Und darauf freuen wir uns schon sehr – ich mich wahrscheinlich etwas mehr als mein Gatte sich. Aber genau da beginnen Sie – meine zeitnahen Überlegungen: „Was nehme ich denn so mit auf die Reise?“ – neben Schlüpfer & Co. Ich möchte ja schließlich nicht wie der dörfliche Waldschrat aussehen, es reicht nämlich schon, wenn ich mich wie einer benehme – „Guck mal, die kommt bestimmt vom Dorf!“. Und so stöberte ich eben schon einmal zwischen Kleidern, Schuhen, Handtaschen und Hütchen und stöberte und stöbere immer noch. Dabei drängen sich mir jene bangen Fragen auf: Welche Handtasche, welches Hütchen und welcher Schmuck passen zu welchem Kleid/Rock et cetera pp. – und umgekehrt. Summa summarum müssten für jene zwei Tage etwa 5 Garderoben in mein Reisegepäck – also zwei für „über den Tag“ und zwei für „die abendliche Glanzpunkte“ und eine für ein spontanes Umkleideverlagen, dass sich eigentlich nur darin begründet, dass ich wieder eines 2 jährigen gleich gespeist habe. 5 Garderoben mit passendem Brimborium stellen für das Froilein Olivia eigentlich keine sonderliche Herausforderung dar, aber es wäre schon schön, wenn der Gatte beim Blick in den Rückspiegel auch hinterrücks noch etwas erpicht außer einer Vielzahl von Gepäckstücken. Zudem möchte ich weder die Geduld noch den Rücken meines Gatten vor oder während unseres Ausfluges überstrapazieren, denn die Kurzreise soll uns wirklich ein paar schöne Stunden, etwas Entspannung und Abwechslung bescheren. Also werde ich versuchen mich auf 4 Garderoben, 1-2 Paar Schuhe, 1-2 Handtaschen und 1-2 Kopfzierten zu beschränken – selbstverständlich sollte alles hübsch & adrett aufeinander abgestimmt sein – auch farblich. Und das werte Leserschaft, ist dann schon erheblich schwieriger. In den „Recall“ hat es vielleicht schon diese Garderobe geschafft:

Headpiece: Jazzafine, Cape: H&M, Pullover: Orsay, Hose: Miss Candyfloss, Ohrstecker: Collectif, Schuhe: Deichmann, Tasche: La Parisienne (via TopVintage)

Zwischen dem Beinkleid und dem Froilein Olivia war es schlichtweg Liebe auf den ersten Blick und das obwohl es eine Hose ist, welche dazu auch noch in braun daherkommt.
Das Hütchen hatte ich Ihnen ja bereits präsentiert. Ich muss gestehen, dass ich bei der Wahl meiner Hütchen etwas mutiger bin, als bei der Wahl meines Körperstoffes. Diese dürfen, nein diese müssen, bisweilen auch ausgefallen sein. Mein Herbsthütchen der ersten Wahl schmückt ein Cupcake (Nein, mein lieber Sohnemann, den hat die Mama nicht gebacken und den kann man auch nicht essen – wir sind ja froh, dass deine Mundhöhle endlich Zähnchen schmücken.) und ein kleiner, süßer Fuchs (Ja, mein lieber Minimann, den kannst du anfassen, den im Wald und in Originalgröße allerdings nicht, denn gegen Tollwut ist nur der graue Sofawolf geimpft):
Es grüßt Sie Ihr ergebenes Froilein Olivia, welches sich nun wieder ihrem Reisegepäck widmet, dabei kokett den finsteren Blick Ihres Gatten ignoriert und sich auf eine fantastische Kurzreise freut … und auf diverse Mitbringsel.
 
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