Dresden

Werte LeserInnen,
die Landeshauptstadt Sachsens besticht nicht nur durch ihr geschichtsträchtiges Ambiente, nein sie weist ebenso gut moderne Züge auf, ohne einen dabei großstädtisch zu erschlagen. Eine Kombination, die ideal ist für eine Dorfpomeranze, welche sich aus ihrer überschaubaren Provinz hinaus und in die Metropol hinein wagt. Dresden verzaubert das Froilein Olivia immer wieder, so auch vergangene Woche, als mein teurer Gatte und ich, pünktlich am 1. Oktober zum Hochzeitstag den Vierten, in Richtung Dresden aufbrachen. Und diesmal, man mag es ja gar nicht so recht glauben, mit relativ überschaubaren Gepäckstücken. Sollten Sie sich fragen, warum wir nun gerade den 1. Oktober zum Tage unserer Vermählung auserkoren haben, denn es gibt zweifelsfrei heiratstypischer Tage im Frühling oder Sommer, dann muss ich Ihnen gestehen, dass wir uns 2010 recht spontan entschieden noch im gleichen Jahr das Ja-Wort zu wechseln und fortan mit dem gleichen Familiennamen zu unterschreiben. Und wenn man sich dann im Spätfrühling auf das Standesamt seiner Wahl trollt, dann ist die Auswahl der noch freien Termine überschaubar oder eben recht mager. Also fiel unsere Wahl auf den ersten Tag des Herbstmonates Oktober. Die Hochzeit war dennoch fantastisch und wettertechnisch hatten wir freilich mehr Glück als so manche Hochzeit im Hochsommer. Nun aber geschwind zurück zur Dresden-Exkursion. Nach einem fiesen Stau, kurz vor der Zielstadt, den wir dann aber geschickt weiträumig umfuhren – ob wir da nun wirklich etwas gut gemacht haben, mag an dieser Stelle ruhig bezweifelt werden -, kamen wir an. Egal in welcher Großstadt das Froilein Olivia aufschlägt, der erste Gang ist immer zu … Starbucks. Ich liebe die Variationen dieser Wir-verstehen-wirklich-etwas-von-gutem-Kaffee-Kette. Ich bin ja eh eine ausgesprochene Kaffee-Erna (Außer morgens nach dem Aufstehen, da bevorzuge ich schwarzen Tee, 2 Beutel – ich möchte ja schließlich munter werden + 2 Würfelzucker + Kondensmilch – very british.) Zunächst einmal einen gepflegten Vanilla Latte geschlürft, Pläne geschmiedet und hatte ich schon einmal erwähnt, dass mein Gatte umwerfend ist: „Wie wärs denn erstmal mit Einkaufen?“ Hervorragende Idee. Zwei Stunden und etliche Einkaufstüten später, ich wollte schließlich die Geduld meines Gatten nicht überstrapazieren, checkten wir im Hotel direkt an Dresdens berühmter Kirche ein. Fantastisches Hotel à la Noblesse mit einem sensationellen Blick auf die Frauenkirche. Vor lauter Staunen bekam das Froilein den Mund gar nicht mehr so recht zu. Kurz frisch gemacht, Näschen gepudert und vorsichtshalber noch einmal die Toilette benutzt (denn spontaner Harndrang & fremde Umgebung mit fehlender Stille-Örtchen-Kenntnis sind nun nicht die besten Freunde), um daraufhin ganz entspannt durch die imposante Altstadt zu flanieren. Und da waren sie wieder: die Touristengruppen aus aller Herren Länder, mit der geschichtsgescheiten Person vornweg, welche wacker einen Schirm (einer davon war tatsächlich knallrot mit Rüschen – vortreffliche Wahl) in die Höhe hielt, um ihre Schäfchen sicher durch die Highlights dieser schönen Stadt zu bugsieren. Dabei muss natürlich alles fotografisch festgehalten werden; ist sicherlich bei dem vorgegebenen Tempo nicht immer einfach. Dabei drängte sich dem Froilein Olivia die Frage auf, was denn manche Leute mit dieser Vielzahl an Fotografien so anstellen. Wahrscheinlich wird bei der nächsten Gelegenheit die liebe Verwandtschaft mit einem stundenlangen Foto-Anguck-Marathon gequält, um dann sämtliche Urlaubsdokumente in irgendwelchen Schubladen verschwinden zu lassen – aus den Augen aus dem Sinn, verhält sich ja mit diversen ehemaligen Klassenkameraden ähnlich. Den restlichen Nachmittag verweilten wir dann bei sensationellen Wetter in Form von viel Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 18 Grad in der Altstadt und frönten dem süßem Nichtstun, was nichts anderes bedeutet als über die Brühlsche Terrasse zu schlendern, einen Cappuccino in einem Café draußen zu genießen, daraufhin zum Zwinger zu bummeln, vorbei am Fürstenzug und zurück zur Frauenkirche zu latschen, um sich dort einen hübsch trüben Federweißer zu genehmigen. Ich sage Ihnen, so zieht ein Nachmittag ganz schnell an einem vorüber. Selbstverständlich hatten auch wir auch unser Bildchenaufnahmegerät dabei, auf dass ich Sie nun drangsalieren kann:

Headpiece: Jazzafine, Kleid: Daisy Dapper, Blazer: H&M, Schuhe: Deichmann, Tasche: Darling Divine, Gürtel: Pimkie (man glaubt es kaum), Ohrstecker: C&A

Nach einem frühen Abendessen ging es zeitnah in das Hotel zurück, denn schließlich wollten wir ja noch etwas von der unsagbar schönen Unterkunft haben – oder von dem riesigen Monsterum namens Flachbildfernseher. Und für bis-in-die-Puppen-ausgehen ist man ja eh irgendwie schon zu alt oder zu faul. Ich weiß ja nicht wie es Ihnen ergeht, aber ich kann in fremden Betten – und dieses Bett in Dresden war eigentlich ein Schlaraffia-Schlaf-Traum – nicht wirklich gut schlafen. Also bedurfte das Verschönerungsritual am nächsten Morgen mehr Camouflage und Make-up als sonst, als des Froilein Olivias dicke Äugelein endlich wieder abgeschwollen waren. Von adrett aussehend am Frühstückstisch zu sitzen, konnte nun wirklich nicht die Rede sein, aber mich kannte da nun keiner – hoffe ich zumindest und mein Gatte ist freilich schon Schlimmeres von mir gewohnt.
Zu einem Ausflug nach Dresden gehören für mich in der Regel 3 Dinge: Einkaufen, Altstadt (mit der Neustadt hat es das Froilein Olivia ja nicht ganz so), wahlweise mit Kultur (die gab es vergangenes Jahr bei einem 3tägigen Dresden-Aufenthalt) und Schloss Pillnitz. Verehrte LeserInnen, meiner geistigen Ergüsse, sollten Sie die sächsische Landeshauptstadt mit einem Besuch beglücken, so besuchen Sie bitte unbedingt dieses Schloss mit seiner spektakulären Gartenanlage. (Das Gartenticket gibt es nämlich schon ab 2 Euronen, also für alle Kulturbanausen unter Ihnen.).
Da der liebe Wettergott auch an diesem Tag gnädig gestimmt war, also gegen Mittag dann, lustwandelten mein Gatte und ich lange Zeit durch eben jenen, vorbei am Chinesischen Pavillon, hin zur Orangerie (einen Landschaftsgestalter beim Rasenmähen beobachtend – armer Kerl) und zur Pillnitzer Kamelie. Das Froilein Olivia ist ja wirklich einmal gespannt, ob sie es jemals schafft, dieses große Wunderwerk der Natur blühend zu sehen. Vielleicht nächstes Frühjahr.

Headpiece: Jazzafine, Kleid: Hell Bunny, Schal: From Paris with Love, Schuhe: Deichmann, Ohrhänger: Fräulein Wildkirsch, Blazer weiter oben: H&M, Sonnenbrille weiter unten: So Retro

Ein bisschen Kultur stand dann aber doch noch auf dem Plan, also nach dem Genuss von trüben Traubenmost, der sich ja trinkt wie Limonade. Wir haben uns nämlich zu einer Schlossführung angemeldet und bei eben jenen Führungen ist es doch immer wieder bemerkenswert, dass es immer einen besonders wissbegierigen Teilnehmer gibt. Keine falsche Sorge, ich war es nicht. Nach einem kurzen Abstecher zum Dresdner Rosengarten, überraschenderweise war die ein oder andere Blüte schon noch zu sehen, ging es dann leider wieder Heim, ohne Stau aber mit ganz viel Blei in den Füßen. Oh Dresden, du bist so wunderschön und das Froilein Olivia besucht dich gern wieder.
Es grüßt Sie Ihr ergebenes Froilein Olivia, welches auch eine echte Spaßkanone sein kann und Ihnen aus diesem Grund zum Abschluss dieses fotografisch so mageren Beitrages noch ein paar lustige Aufnahmen zeigt:
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