Geburtstagsfroilein

Werte LeserInnen,
vergangenen Sonntag feierte das Froilein Olivia ihren 32. Geburtstag oder ihren Ehrentag à la 29+ (korrekte Bezeichnung wäre an dieser Stelle freilich 29+++, aber wer möchte schon als kleinkariert gelten). Nicht, dass ich nun Probleme mit dem Älter werden hätte. Nein, absolut nicht. Wir Damen werden eh nicht älter, wir Damen werden schöner … und weiser. Bekanntermaßen ist man so alt wie man sich fühlt – Gut, ich bin irgendwo zwischen 25 und 27 hängen geblieben. Ob das nun besonders gut oder besonders schlecht ist, wer weiß. Werte LeserInnen, können Sie sich noch an Ihre Geburtstage zu Kinderzeiten erinnern? War dieser eine Tag im Jahr (ausgenommen natürlich Weihnachten) nicht fantastisch? Man konnte die Nacht zuvor kein Auge schließen, an Schlaf war nicht zu denken, denn man war ja schließlich ganz fürchterlich aufgeregt. Und dann der große Tag mit seinen Geschenken, Süßigkeiten und der Tatsache, dass man wirklich diesen einen Tag das absolute Bestimmerkind war! Gut, ich habe recht früh gelernt auch den ein oder anderen Tag des Jahres mehr meinen Kopf durchzusetzen – ich bin ja Einzelkind. Jedenfalls hatte es gerade meine Mutter in der Zeit vor meinen Geburtstagen als halber Meter nicht leicht mit mir, denn ich bin schrecklich neugierig und ich bin verdammt gut im Aufspüren von miserabel versteckten Geschenken, von denen meine werte Frau Mutter annahm, sie dieses Jahr besonders geistreich verwahrt zu haben. Denkste. Irgendwann ging sie dazu über, sämtliche Überraschungen bei Verwandten und Freunden zu deponieren, da konnte das Froilein Olivia nicht mehr so verteufelt intensiv schnüffeln. Mein Eltern legten in meiner Erziehung übrigens viel Wert auf schickliches Benehmen außerhalb der eigenen vier Wände. Mit meiner Neugierde darf sich nun mein teurer Gatte herumschlagen. Und mein Mann ist gut in der Geheimniskrämerei. Insofern er sich nicht ein Geschenk auf dem Postweg zustellen lässt, geschehen vor etwa 2 Wochen. Wenn der Postbote eben nicht zweimal klingelt sondern den Briefkasten befüllt, das Froilein Olivia zuerst die heimische Wohnstätte nach anstrengender Arbeit erreicht, einen Blick in den Briefchenauffangbehälter wirft und ein Kuvert adressiert an meinem Mann, entsendet von „eventim“ entdeckt. Nun bin ich bisweilen nicht blöder als ich aussehe; es konnten sich darin nur Konzertkarten befinden. Und da stieg sie auf, die Panik in mir. Mein Gatte wird mich doch nicht etwa mit einem quietschenden Schlagermusikanten beglücken wollen? Eine derartige Panik rechtfertigt, zumindest in meiner Weltanschauung, das Ignorieren des Postgeheimnisses meines Gatten. Also Briefumschlag gekonnt geöffnet, sodass dieser ohne große Auffälligkeiten meiner Neugierde wieder verschlossen werden konnte und … puh, 2 Konzertkarten für „The Baseballs“ in der schönen Hansestadt Hamburg. Da habe ich mich aber gefreut, wie die Schneekönigin nur ohne Schnee und ohne Geburtstag. Ich muss Ihnen gestehen, ich habe ein absolutes Faible für diese Voc´n´Roll singenden und musizierenden Jungs. Und da diese mit Haartolle geschmückten Männlichkeiten den Abend zuvor bereits in Berlin fröhlich ihr Liedgut präsentieren und wir an diesem Augen- und Ohrenspektakel auch schon teilnehmen, fahren wir den nächsten Tag einfach weiter nach Hamburg – nachdem ich mir endlich einmal eine Primark-Filiale genauer angesehen habe. Solches „Städte-Hopping“ betreiben mein Gatte und ich übrigens ganz gern. Bestimmt werde ich Ihnen davon berichten. Jedenfalls war ich hoch zufrieden mit meinem entdeckten Geschenk und vergaß dabei völlig das „Schnüffeln“ nach anderen Präsenten. Bis … ja bis, meine werte Frau Mutter eine Woche vor meinem Wurftag folgendes zu mir sagte: „Olivia, ich weiß was dein Mann dir zum Geburtstag schenkt und du wirst dich darüber sehr freuen.“ (Ich wusste gar nicht, dass meine Mutter derart hämisch grinsen kann) Ich auch, liebe Frau, die du mir mein Leben schenktest: Konzertkarten. „Das ist nicht alles.“ Werte LeserInnen, irgendwann kommt sie, die verspätete Rache der Eltern für gewisse Schandtaten in der Kindheit. Also geduldete ich mich bis zum Tag X, es blieb mir auch nichts anderes übrig. Meine Mutter und mein Mann schwiegen – fies grinsend. Aber was soll ich sagen, das Warten hat sich gelohnt: Nächste Woche geht es pünktlich zu unserem Hochzeitstag nach Dresden mit viel Romantik und Gedöns. Dresden ist für mich die schönste Stadt in deutschen Landen und die einzige Metropole, in der ich es mir tatsächlich vorstellen könnte zu leben. Sonst lustwandle ich recht gern durch jedwede Großstädte, bin aber eben auch wieder heilfroh, wenn es nach einer gewissen Zeit (maximal 3 Tagen) wieder zurück in die heimisch-ländliche Provinz geht. Ein weiteres Geschenk hat mich ebenfalls umgehauen: Ein lieber Arbeitskollege (auf Arbeit sind wir ja alle ganz dicke miteinander) und guter Freund frage mich neulich, was ich mir denn zum Ehrentag Nummer 29+++ wünschen würde: Ein Hütchen! Und da ein wenig Überraschung dabei untergebracht sein sollte, lies ich ihn aus einer geringen vorgegebenen Anzahl (4) eine Kopfbedeckung aussuchen. Hervorragende Wahl, die er da getroffen hat und es wird bestimmt nicht lange dauern, da werde ich es Ihnen hier gern stolz präsentieren – und die anderen drei – ich konnte einfach nicht anders. Eines noch möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: des Froilein Olivias Garderobe zu ihrem Ehrentag:
Das Kleid stammt aus der aktuellen Hell Bunny Herbst/Winter-Kollektion. Mir hat es eigentlich auf Anhieb recht gut gefallen, denn Blümchen auf Schwarz können nicht schaden, auch nicht im Winter. Leider musste ich es einmal umtauschen, da es wirklich groß ausfällt. Werte Damen, lieber eine Nummer kleiner bestellen; ignorieren Sie bitte ausnahmsweise die Maßangaben. Die Anprobe überstand es einwandfrei. Als ich aber die fotografischen Aufnahmen durchsah, dachte ich so bei mir: Herrje, da ist ja verdammt viel los … auf dem Kleid. Nun bin ich ehrlich gespannt, ob ich es demnächst wieder tragen werde oder ob es in den Tiefen meines Kleiderschrankes verschwinden wird. Und da es vergangenen Sonntag recht kühl war, nutzte ich die Gelegenheit auch meinen neuen Mantel auszuführen – und schon war nicht mehr ganz so viel los auf dem Kleid. Sollten Sie sich nun fragen, wie ich denn den Tag verbracht habe, so muss ich Ihnen gestehen: völlig unspektakulär. Nach einem recht kurzen Aufenthalt auf Arbeit, verbrachte ich ein paar gemütliche Stunden im Kreise meiner Lieben.

Headpiece: Jazzafine, Kleid: Hell Bunny, Mantel: Hell Bunny, Schuhe: Deichmann

Es grüßt Sie Ihr ergebenes Froilein Olivia, dass eine ehrliche Haut ist und ihrem Gatten ihre „Schnüffeltat“ leise weinend gestanden hat (Reaktion: „Du bist unmöglich!“) und dass sich unheimlich auf Dresden freut und sich aber jetzt schon mit den Fragen herumärgert: Was ziehe ich bloß an? & Und was nehme ich vorsichtshalber noch mit? (wahrscheinliche Reaktion meines Gattens auf mein Gepäck: „Du bist unmöglich!“)
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